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Samstag, 22.09.2018
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Alkohol: Ab fünf Bier wird es kritisch

Bei mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche steigt das Sterberisiko

Neu definiertes Limit: 100 Gramm Alkohol pro Woche - mehr sollten es nicht sein. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine umfangreiche Studie mit knapp 600.000 Probanden. Demnach steigt ab diesem Grenzwert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch das allgemeine Sterberisiko. Die nun definierte Höchstmenge liegt damit niedriger als die in den meisten Ländern bisher empfohlenen Grenzwerte, wie die Forscher im Fachmagazin "Lancet" betonen.
Kühler Genuss: Wie viel Bier darf es pro Woche bedenkenlos sein?

Kühler Genuss: Wie viel Bier darf es pro Woche bedenkenlos sein?

Auch wenn sich der Mythos vom gesunden Glas Wein hartnäckig hält: Alkohol hat keine gesundheitsfördernde Wirkung - im Gegenteil. Wer zu viel davon konsumiert, kann sogar krank werden. So erhöht Alkohol nachweislich das Risiko für bestimmte Krebsarten und kann außerdem das Gehirn schädigen. Auch ein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird immer wieder diskutiert.

Unterschiedliche Grenzwerte


Doch wie viel ist zu viel? Diese Frage ist nach wie vor strittig. Dies zeigt sich etwa daran, dass sich die empfohlenen Höchstmengen in Sachen Alkoholkonsum von Land zu Land deutlich unterscheiden. Um zu einem einheitlichen Ergebnis zu kommen, hat sich nun ein internationales Wissenschaftlerteam um Angela Wood von der University of Cambridge diesem Thema angenommen.

Die Forscher wollten einen Grenzwert definieren, bei dem der Alkoholkonsum den geringsten Einfluss auf das Sterberisiko und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat. Dafür werteten sie Daten von 599.912 Personen aus. Die Probanden stammten aus 19 unterschiedlichen Ländern mit hohem Einkommen, litten zu Beginn der Studie noch nicht an einem Herzleiden und wurden je nach ihrem individuellen Alkoholkonsum in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.


Verlorene Lebensjahre


Wie häufig würde es in den einzelnen Gruppen im Laufe der folgenden neun Jahre zu Todesfällen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen? Das Ergebnis: Insgesamt verstarben im Beobachtungszeitraum 40.310 Studienteilnehmer. Dabei offenbarte sich ein Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Sterberisiko, wie die Wissenschaftler berichten. Je mehr Alkohol getrunken wurde, desto höher war demnach das Sterberisiko – jedoch erst ab einer Menge von 100 Gramm Alkohol pro Woche. Das entspricht zum Beispiel fünf 0,5 Liter Flaschen Bier.

Konkret zeigte sich: Im Vergleich zu den Personen, die wöchentlich weniger als 100 Gramm Alkohol tranken, verkürzte sich die Lebenserwartung von 40-jährigen Probanden mit einem Alkoholkonsum zwischen 100 und 200 Gramm pro Woche um etwa sechs Monate. Personen, die zwischen 200 und 350 Gramm Alkohol tranken, verkürzten ihr Leben sogar um ein bis zwei Jahre - und Probanden, die mehr als 350 Gramm Alkohol pro Woche zu sich nahmen, starben ganze vier bis fünf Jahre früher.

Höheres Risiko für Schlaganfall und Co


Auch in Bezug auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellten Wood und ihre Kollegen einen Zusammenhang fest: Je mehr Alkohol die Teilnehmer wöchentlich tranken, desto höher war etwa ihr Risiko für einen Schlaganfall. Für jede 100 Gramm Alkohol, die sie pro Woche mehr tranken, erhöhte sich das Risiko um 14 Prozent. Ähnlich sah dies bei dem Risiko für Herzschwäche und die koronare Herzkrankheit aus. Für diese Leiden erhöhte sich mit jeden zusätzlichen 100 Gramm pro Woche das Risiko um neun und sechs Prozent.


Besonders wirkte sich der Alkoholkonsum auf das Risiko, an Bluthochdruck zu sterben, aus. Hier berechneten die Wissenschaftler ein um 24 Prozent höheres Risiko, wenn die Personen pro Woche 100 Gramm Alkohol mehr tranken. Interessanterweise kamen die Wissenschaftler beim Herzinfarkt zu gegenteiligen Ergebnissen. Hier schien sich der Alkoholkonsum sogar eher positiv auszuwirken.

Weniger als bisher empfohlen


Alles in allem ist für die Forscher aber klar: Mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche schaden der Gesundheit und erhöhen das Sterberisiko - egal ob in Form von Bier, Wein oder Schnaps genossen. Die nun definierte Höchstmenge ist damit geringer als in den meisten Ländern bisher als Grenzwert empfohlen wird, wie sie betonen.

Zum Vergleich: In Portugal darf sich ein Mann bedenkenlos 40 Gramm Alkohol pro Tag genehmigen, eine Frau in Italien ebenfalls. In Frankreich gilt für beide Geschlechter 30 Gramm täglich als Grenze für den Genuss ohne Risiko. In Deutschland ist man dagegen etwas vorsichtiger: Hier dürfen Frauen der Empfehlung zufolge bis zu zwölf Gramm Alkohol pro Tag trinken, Männer das Doppelte. Zumindest für die Herren der Schöpfung gilt demnach auch hierzulande ein Grenzwert, der über dem nun veröffentlichten Limit liegt. (Lancet, 2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)30134-X)
(Deutsches Gesundheitsportal, 05.07.2018 - DAL)
 
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