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Donnerstag, 24.05.2012
WHO: Zu wenig Geld für Aids-Patienten
Zur Behandlung in Entwicklungsländern fehlen zwei Milliarden Dollar
Die mangelnde Unterstützung von Regierungen und Unternehmen gefährdet die Umsetzung des Zieles der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis Ende dieses Jahres drei Millionen Aids-Patienten in Entwicklungsländern zu behandeln. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos stellte die WHO am 26. Januar 2005 einen Bericht zum Verlauf des Programms "3 by 5" vor, demzufolge für 2005 rund zwei Milliarden US-Dollar fehlen.

HI-Virus
HI-Virus
© CDC
Nichtregierungsorganisationen wie das Aktionsbündnis gegen AIDS forderten das Weltwirtschaftsforum auf, diese Lücke zu schließen. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder solle der Aids-Bedrohung endlich höchste politische Priorität geben und weitere Finanzmittel für die Eindämmung der Krankheit einbringen.

Aus dem WHO-Bericht geht hervor, dass im Dezember 2004 rund 700.000 Aids-Patienten in Entwicklungsländern eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erhielten. Nach WHO-Schätzungen benötigen jedoch sechs Millionen Menschen Zugang zu dieser Therapie.

"Dass bis heute nur 700.000 Menschen mit den lebensverlängernden Medikamenten behandelt werden, ist ein deutlicher Hilferuf an die Akteure des Weltwirtschaftsforums", kommentierte Jürgen Hammelehle, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen AIDS. Die mangelnde Unterstützung aus dem privaten Sektor sei sehr enttäuschend. "Für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria haben Unternehmen für das laufende Jahr 2005 bislang keine finanziellen Beiträge zugesagt."

Dass Aidsmedikamente für viele Menschen und Länder nach wie vor unerschwinglich sind, nennt die WHO als weiteres Hindernis für die Aids-Behandlung.** "Wir erwarten von der pharmazeutischen Industrie, dass sie ihre Preise und ihre Forschung endlich auch an den Bedürfnissen der Menschen in Entwicklungsländern orientiert", sagte Rolf Goldstein vom Aktionsbündnis gegen AIDS.

Zum Weltaidstag 2003 hatte die Weltgesundheitsorganisation ihr Programm vorgestellt, bis Ende 2005 drei Millionen Patienten in Entwicklungsländern mit Aids-Medikamenten zu versorgen. Der Auf- und Ausbau dringend notwendiger Behandlungsprogramme soll über den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria finanziert werden.
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