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Freitag, 21.09.2018
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Kaffee hilft beim Teamwork

Koffein sorgt für positivere Stimmung und relevantere Beiträge

Erst mal einen Kaffee: Vor einer schwierigen Diskussion oder einem wichtigen Meeting könnte es hilfreich sein, erst einmal gemeinsam Kaffee zu trinken. Denn wie ein Experiment belegt, macht das koffeinhaltige Getränk nicht nur wacher und stimmt positiver. Es macht das Teamwork auch konstruktiver und sorgt für relevantere Beiträge. Selbst bei konfliktträchtigen Themen sorgte dies für eine bessere Zusammenarbeit, wie die Forscher berichten.
Kaffe ist nicht nur ein Wachmacher, er fördert offenbar auch konstruktives und effektives Teamwork

Kaffe ist nicht nur ein Wachmacher, er fördert offenbar auch konstruktives und effektives Teamwork

Kaffee ist nicht nur eines beliebtesten Heißgetränke weltweit – er scheint auch ein echter Gesundmacher zu sein. Studien sprechen dafür, dass das koffeinhaltige Getränk nicht nur wach macht, sondern auch gegen chronischen Stress, Diabetes und Gefäßerkrankungen schützt, unsere DNA vor Schäden bewahrt und sogar unserem Gedächtnis auf die Sprünge hilft.

Doch wie sieht es mit den Effekten des Kaffeegenusses aufs Gruppenverhalten aus? Wirkt es positiv, wenn wir morgens vor einem Meeting erst einmal gemeinsam mit den Kollegen eine Tasse Kaffee trinken? Das haben nun Vasu Unnava von der University of California in David und seine Kollegen untersucht.

Beeinflusst Kaffee das Gruppenverhalten?


Am ersten Experiment nahmen 72 Studenten teil, die jeweils in Fünfergruppen über ein aktuelles politisches Thema diskutieren sollten. Eine halbe Stunde jedoch hatte die Hälfte der Studenten an einer vermeintlichen Kaffeeverkostung teilgenommen – und so mehrere Tassen Kaffee konsumiert. In einem zweiten Experiment bekamen 31 Studenten normalen Kaffee, die 31 anderen entkoffeinierten – ohne dass sie dies wussten. Auch sie wurden anschließend zur Gruppendiskussion geladen.


Alle Teilnehmer wurden hinterher ausgiebig befragt und sollten dabei unter anderem ihr eigene Leistung und ihr Verhalten in der Diskussion bewerten, aber auch das der anderen. Zusätzlich prüften die Forscher im zweiten Experiment, wie viel die Teilnehmer redeten und wie gut sie beim Thema blieben. "Das ist das erste Mal, dass die Wirkung des Kaffeegenusses auf Teams untersucht wird", sagt Koautor Amit Singh von der Ohio State University.

Ob Teamwork oder Diskussion: Kaffee fördert die Zusammenarbeit.

Ob Teamwork oder Diskussion: Kaffee fördert die Zusammenarbeit.

Wacher und positiver gestimmt


Das überraschende Ergebnis: Sowohl die subjektiven Eindrücke der Teammitglieder als auch ihr tatsächliches Redeverhalten wurden durch den Kaffeegenuss beeinflusst. Hatten sie vor der Diskussion eine Tasse normalen Kaffee getrunken, bewerteten die Teilnehmer sich selbst, das Verhalten ihrer Kollegen und das Ergebnis der Diskussion als positiver. Gleichzeitig beschrieben sie sich als wacher.

"Wir vermuten, dass Menschen, die sich wacher fühlen, auch mehr beitragen oder es zumindest so empfinden und dies auch bei anderen so wahrnehmen", erklärt Singh. "Das wiederum vermittelt ihnen eine positivere Einstellung."


…aber auch konstruktiver


Das Spannende aber: Die Teilnehmer, die vor der Diskussion koffeinhaltigen Kaffee getrunken hatten, redeten nicht nur insgesamt mehr, ihre Beiträge waren auch themenbezogener und konstruktiver. "Sie sprachen über relevantere Dinge", sagt Singh. Die Probanden blieben zudem eher beim Thema als diejenigen, die keinen oder nur entkoffeinierten Kaffee konsumiert hatten.

Ein weiterer positiver Effekt: Obwohl das Thema – die Occupy-Bewegung – hoch kontrovers war und die Meinungen stark auseinander gingen, blieb das Diskussionsklima bei den Kaffeetrinkern konstruktiv. "Sie diskutierten zwar intensiver, waren aber hinterher dennoch eher bereit, jederzeit wieder mit ihren Teamkollegen zusammenzuarbeiten", sagt Singh. Es könnte demnach einiges dafür sprechen, ein schwieriges Meeting oder eine bevorstehende Diskussion zunächst mit einer Runde Kaffee für alle einzuleiten. (Journal of Psychopharmacology, 2018; doi: 10.1177/0269881118760665)
(Ohio State University, 06.06.2018 - NPO)
 
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