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Donnerstag, 23.03.2017
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„Umgepolte“ Immunzellen als Krebs-Killer

Grundlage für eine neuartige Immuntherapie geschaffen

Mainzer Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, das Immunsystem des Menschen effizient und zielgerichtet gegen Krebszellen einzusetzen. Nach Angaben der Forscher ist damit die Grundlage für eine neuartige Immuntherapie gegen bösartige Tumorerkrankungen geschaffen. Die Mediziner berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals "Immunity".
Krebszellen

Krebszellen

Gesunde Zellen, die sich in Krebszellen umbilden, erzeugen beziehungsweise präsentieren sich mit großen Mengen an Eiweißstoffen (Proteinen) – so genannte "Tumor- und Leukämie-assoziierte Antigene" (TAA). Obwohl die Immunzellen diese TAAs erkennen und identifizieren, war es bislang schwierig, auf der Basis dieses Prozesses Immuntherapien für Krebspatienten zu entwickeln. Denn viele gesunde Zellen und das Zellgewebe produzieren ebenfalls kleine Mengen von TAAs, die der menschliche Körper zu einem gewissen Maß toleriert, was ihn insgesamt von einer heftigen Immunabwehr abhält.

Ziel der Mainzer Wissenschaftler um Professor Matthias Theobald von Medizinischen Klinik und Poliklinik war es daher, die Immuntoleranz der TAAs im menschlichen Körper zu umgehen, indem die hauptsächlichen Immunzellen (CD4 T-Helferzellen und CD8 T-Killerzellen) im Wesentlichen neu ausgerichtet werden.
Dabei konzentrierten sich die Mainzer Forscher insbesondere auf das "p53 tumor suppressor protein", das in den meisten Fällen menschlicher Tumorerkrankungen verändert ist, aber im menschlichen Körper toleriert wird, da auch normale Zellen geringe Mengen von natürlichem p53 erzeugen.

Theobald und sein Team bedienten sich nun eines ausgeklügelten gentechnischen Verfahrens. Sie arbeiteten mit Mäusen, die genetisch so verändert waren, dass deren gewöhnlichen CD8 T-Killerzellen die Fähigkeit zur Entwicklung einer Immuntoleranz gegenüber dem p53-Protein fehlte. Gleichzeitig erzeugten sie einen "Immunzell-Rezeptor (T-Zellrezeptor)", der speziell das "p53 tumor suppressor protein" mit ungewöhnlich hoher Effizienz identifiziert.


Die Gene für diesen Rezeptor wurden dann auf die menschlichen Immunzellen übertragen und führten zu neu ausgerichteten Immunzellen (CD4 T-Helferzellen und CD8 T-Killerzellen), die die Tumorzellen aggressiv angriffen.

"Unsere Forschungsergebnisse legen den Grundstein für die Entwicklung einer neuartigen und umfassenden Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen", so Theobald.
(idw - Universität Mainz, 26.01.2005 - DLO)
 
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