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Mittwoch, 25.01.2017
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Steckt der Neandertaler noch in uns?

Wissenschaftler erhoffen neue Erkenntnisse von der virtuellen Anthropologie

Genetiker vermuten, dass der Neandertaler noch im modernen Menschen steckt und eine Vermischung des Erbguts stattgefunden hat. Belege dafür soll die virtuelle Anthropologie liefern.
Frühmenschen

Frühmenschen

Fest steht heute, dass der Neandertaler und der erste moderne Mensch vor 40.000 bis etwa 27.000 Jahren in Europa nebeneinander lebten. Für Begegnungen und den Genfluss zwischen beiden Populationen fehlt zwar noch der Beweis, „es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der Neandertaler zum Erbgut des modernen Menschen beigetragen hat“, so der Genetiker David Serre vom Max-Planck-Institut in Leipzig. Am Ende der gemeinsamen Periode war der Neandertaler verschwunden.

„Der moderne Mensch hat ihn genetisch aufgesaugt“, glaubt der portugiesische Anthropologe Joao Zilhao. Entscheidend könnte gewesen sein, dass der moderne Mensch länger lebte und mehr Kinder hatte. Statistische Bevölkerungsmodelle zeigen, dass schon Unterschiede von wenigen Prozent ausreichen, um in wenigen tausend Jahren eine Menschengruppe völlig in einer anderen aufgehen zu lassen.

Aufklärung über die genetische Vermischung von Neandertaler und modernem Menschen erhoffen sich die Wissenschaftler von der virtuellen Anthropologie. Dafür werden Knochen der Neandertaler mit einem Tomografen schichtweise gescannt, und aus den Bilddaten wird eine dreidimensionale Kopie erstellt. Diese kann man am Monitor beliebig bearbeiten, ohne das Original antasten zu müssen. Die Wissenschaftler können in die Knochen hineinschauen und Strukturen sichtbar machen, ohne sie zu zerstören. Ein weiterer Vorteil: Sobald ein Schädel virtuell verfügbar ist, kann ihn jeder Forscher überall auf der Welt von seinem Schreibtisch aus untersuchen.


Evolution, Leben und Schicksal des Neandertaler mit der digitalen Technik zu erforschen, ist Ziel des EU-Projektes „TNT“ (The Neanderthal Tools), das in Zusammenarbeit mit National Geographic Deutschland durchgeführt wird. Bis 2006 wollen vier maßgebliche Institute der Neandertalerforschung ihre Bestände im Internetportal „Nespos“ virtuell vereinen: das Neandertal-Museum Mettmann, das Königlich Belgische Institut für Naturwissenschaften, die Universität Poitiers und das Naturhistorische Museum Zagreb.

National Geographic Deutschland berichtet in der aktuellen Ausgabe ausführlich über das Projekt.
(National Geographic Deutschland, 24.01.2005 - DLO)
 
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