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Dienstag, 28.03.2017
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Leukämie: Frühwarnsystem kündigt Rückfall an

Immuntherapie verhindert erneuten Krebsausbruch

Bei einer Leukämie, der häufigsten Krebsart bei Kindern, sind die Zellen des blutbildenden Systems bösartig verändert. Daher ist die Transplantation von Blutstammzellen oft die einzige Heilungschance. Die Hauptgefahr dabei: Wenn durch die Therapie nicht alle Krebszellen zerstört wurden, kann die Leukämie erneut ausbrechen. Professor Peter Bader vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main hat jetzt ein „Frühwarnsystem“ entwickelt, das einen möglichen Rückfall frühzeitig anzeigt.
„Darauf aufbauend erforschen wir jetzt eine Immuntherapie, die verbliebene Leukämiezellen vollständig vernichten soll“, so Bader. Die Deutsche KinderKrebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit rund 270.000 Euro.

Um die Leukämiezellen zu vernichten, müssen die kleinen Krebs-Patienten eine anstrengende Chemo- und Strahlentherapie über sich ergehen lassen. Damit das blutbildende System anschließend wieder gesunde Zellen produziert, ist oftmals auch eine Stammzelltransplantation erforderlich. Dabei erhält der Patient blutbildende Zellen von einem gesunden Spender.

„Wir konnten nachweisen, dass bereits wenige nach der Therapie verbliebene Leukämiezellen bei den meisten Kindern zu einem Wiederauftreten der Erkrankung führen“, erklärt Professor Bader, Projektleiter am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Weitere lebensrettende Maßnahmen sind dann meist nicht mehr möglich, und die Kinder sterben an den Folgen ihrer Erkrankung. „Mit dem Frühwarnsystem können wir jetzt rechtzeitig feststellen, ob die Blutzellen des Patienten nach der Transplantation - wie beabsichtigt - alle vom gesunden Spender stammen“, erklärt der Projektleiter.


Neue Therapie-Option


Um dies zu überprüfen, wird dem Patienten über einen längeren Zeitraum jede Woche Blut entnommen. Drei Milliliter reichen jedes Mal dafür aus. Denn das Frühwarnsystem arbeitet auf der Basis des so genannten PCR-Verfahrens. Damit können bereits kleinste Erbsubstanz-Mengen nachgewiesen werden. „So ist es möglich, verbliebene entartete Blutzellen des Patienten von denen des gesunden Spenders zweifelsfrei voneinander zu unterscheiden“, erläutert Professor Bader.

„Wenn bei dieser Kontroll-Untersuchung noch Krebszellen im Blut des Patienten gefunden werden, kann ein Rückfall prinzipiell durch eine Immuntherapie verhindert werden“, erläutert Professor Bader eine neue Therapie-Option. Im Rahmen des Projektes soll diese Immuntherapie jetzt weiter erforscht werden. Dabei bekommt der Patient eine Extra-Dosis weißer Blutkörperchen von einem gesunden Spender. Diese Abwehrzellen richten sich dann speziell gegen die verbliebenen Leukämiezellen und zerstören diese, so die Hoffnung der Forscher.
(Deutsche Krebshilfe, 19.01.2005 - DLO)
 
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