• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 20.02.2018
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Dreifach-Ereignis am Himmel

Supermond, "Blue Moon" und totale Mondfinsternis treffen zusammen

Lunares Triplett: Heute kommt es zum seltenen Zusammentreffen gleich dreier lunarer Phänomene: einem Supermond, einem "Blue Moon" und einer totalen Mondfinsternis. Der aktuelle Vollmond ist besonders groß und er ist der zweite Vollmond in diesem Monat – ein "Blue Moon". Für uns in Europa nicht sichtbar gibt es zudem heute Mittag eine totale Mondfinsternis - einen "Blutmond". Eine solche Dreifach-Kombination gab es zuletzt vor 35 Jahren.
Heute treffen ein Supermond, ein "Blue Moon" und eine totale Mondfinsternis zusammen

Heute treffen ein Supermond, ein "Blue Moon" und eine totale Mondfinsternis zusammen

Dritter "Supermond" in Folge


Zumindest zwei der drei Himmelsereignisse können auch wir hier in Europa bestaunen: Zum dritten Mal in Folge leuchtet der Vollmond heute besonders groß – es gibt einen "Supermond". Denn der Erdtrabant passiert gerade den erdnächsten Punkt seiner Bahn und ist daher "nur" rund 360.200 Kilometer entfernt - immerhin etwa 24.000 Kilometer weniger als im Durchschnitt.

Durch die größere Nähe zu uns erscheint der Mond nahe des Perigäums um bis zu 15 Prozent größer und 30 Prozent heller als im erdfernsten Punkt. Ein solcher Supermond findet drei- bis viermal pro Jahr statt, der aktuelle Vollmond ist dabei der letzte einer solchen Serie. Der nächste Vollmond in Erdnähe findet erst wieder am 22. Dezember 2018 statt.

"Blue Moon" – "doppelter" Vollmond


Deutlich seltener ist das zweite heutige Mondphänomen, der "Blue Moon". Er kommt im Schnitt nur alle 2,7 Jahre vor. Während normalerweise in jedem Monat nur ein Vollmond auftritt, ist der "Blue Moon" ein zweiter Vollmond im Monat. Möglich wird dies, wenn der erste Vollmond unmittelbar zu Beginn eines langen Monats auftritt – im aktuellen Fall am 2. Januar. Weil zwischen zwei Vollmonden nur 29,5 Tage liegen, gibt es den zweiten dann noch im selben Monat.


Die Besonderheit in diesem Jahr: Weil der Februar so kurz ist, wird er komplett ohne Vollmond bleiben. Einen solchen vollmondlosen Monat hat es zuletzt im Jahr 1999 gegeben. Dafür gibt es sowohl im Januar als auch im März einen "Blue Moon" – einen "doppelten" Vollmond.

Der Super "blaue" Blutmond des 31. Januar 2018


"Blutmond" über Asien und Nordamerika


Für Himmelsbeobachter in Teilen Nordamerikas, Asiens und Australiens gibt es heute zusätzlich eine totale Mondfinsternis zu bestaunen. Ein solches Zusammentreffen von verfinstertem "Blutmond", "Blue Moon" und noch dazu Supermond ist ziemlich selten: Das letzte Mal trat ein solches Dreifach-Ereignis vor rund 35 Jahren auf: am 30. Dezember 1982. Das nächste lunare Tripel-Schauspiel wird es erst wieder am 31. Januar 2037 geben.

Bei der aktuellen Mondfinsternis wird der Erdtrabant kurz vor 14:00 Uhr unserer Zeit in den Kernschatten der Erde eintreten und sich nach und nach verdunkeln. Gegen 14:30 Uhr ist der Höhepunkt der Finsternis erreicht: Der Mond ist nun vollständig vom Erdschatten bedeckt und hat sich durch Streulicht der Erdatmosphäre blutrot verfärbt.

Sichtbarkeitszonen der totalen Mondfinsternis vom 31. Januar 2018

Sichtbarkeitszonen der totalen Mondfinsternis vom 31. Januar 2018

In Europa ist die aktuelle Mondfinsternis leider nicht sichtbar, weil der Mond bei uns noch unter dem Horizont steht. Wir bekommen nur die letzten Minuten der Halbschattenphase mit, die aber wegen des Tageslichts kaum zu erkennen sein wird. Aber es gibt einen Trost: Am 27. Juli 2018 wird es erneut eine totale Mondfinsternis geben – und die können dann auch wir Europäer bestaunen.

Und wer den heutigen "Blutmond" nicht verpassen will, der kann sich das Ganze in Live-Streams anschauen – unter anderem vom Griffith Observatory und auf NASA-TV.
(Sky & Telescope, Max-Planck-Institut für Astronomie, 31.01.2018 - NPO)
 
Printer IconShare Icon