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Montag, 24.09.2018
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Erhöht auch gröberer Feinstaub die Asthma-Gefahr?

Nicht nur kleine Staub-Partikel scheinen schädlich für die Atemwege zu sein

Gefahr für die Atemwege: Nicht nur besonders feiner Feinstaub steigert das Risiko von Asthma-Erkrankungen. Auch gröbere Staub-Partikel in der Luft scheinen eine Gefahr für die Atemwege darzustellen, wie eine Studie nun nahelegt. Besonders jüngere Kinder leiden demnach verstärkt unter den Folgen der Belastung mit sogenanntem PM10-2,5-Feinstaub.
Auch gröberer Feinstaub erhöht das Asthma-Risiko bei Kindern.

Auch gröberer Feinstaub erhöht das Asthma-Risiko bei Kindern.

Die Luftverschmutzung ist ein zunehmendes Problem, das auch in Deutschland immer größer wird. Neben Stickoxiden aus Dieselabgasen ist es vor allem die Feinstaub-Belastung, die unsere Gesundheit gefährdet und unter anderem das Risiko von Asthma-Erkrankungen steigert. Als besonders schädlich galt dabei bislang der sogenannte PM2,5-Feinstaub mit Partikeln von weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser. Denn diese Partikel können wegen ihrer geringen Größe bis in die Bronchiolen und die Lungenbläschen vordringen.

Wissenschaftler um Corinne Kent von der Johns Hopkins University in Baltimore haben nun untersucht, ob gröberer Feinstaub eine ähnliche Gefahr darstellt – Partikel zwischen 2,5 und zehn Mikrometern, die zum Beispiel durch Reifenabrieb auf der Straße oder beim Pflügen von Ackerflächen in die Luft gewirbelt werden. "Die Environmental Protection Agency kam zuletzt noch zu dem Schluss, dass es nicht genügend wissenschaftliche Daten gibt, um mögliche negative Gesundheitseffekte dieses PM10-2,5-Feinstaubs zu beurteilen", sagt Kent.

Mit jedem Mikrogramm steigt das Risiko


Um diese Forschungslücke zu schließen, analysierte das Team die Daten von über sieben Millionen US-amerikanischen Kindern im Alter zwischen fünf und zwanzig Jahren, die von 2009 bis 2010 an einem Gesundheitsfürsorgeprogramm teilgenommen hatten. Wer von den jungen Probanden litt an Asthma? Und gab es einen Zusammenhang zu der Luftverschmutzung an ihrem Wohnort?


Die Ergebnisse zeigten: Je höher die Belastung mit PM2,5-Feinstaub war, desto häufiger wurden die Kinder mit einer Atemwegserkrankung diagnostiziert. Zusätzlich wirkte sich jedoch auch der gröbere Feinstaub auf die Gesundheit der Studienteilnehmer aus. Mit jedem Mikrogramm pro Kubikmeter mehr Belastung stiegen die Asthma-Diagnosen um 0,6 Prozent, die Zahl der damit in Zusammenhang stehenden Krankenhausaufenthalte sogar um 2,3 Prozent.

Jüngere Kinder besonders betroffen


Bei Kindern unter elf Jahren wirkte sich der gröbere Feinstaub noch stärker aus, wie die Forscher berichten. Dies könnte ihnen zufolge daran liegen, dass Kinder in diesem Alter mehr Zeit draußen verbringen und demzufolge mehr schädliche Partikel einatmen. Außerdem seien ihre unreifen Lungen besonders empfindlich. "Unsere Analyse belegt erstmals, dass sich auch grober Feinstaub negativ auf die Gesundheit der Atemwege auswirkt", schreibt das Team.

Zwar wird die Aussagekraft der Studie dadurch geschmälert, dass bisher nur an wenigen Orten in den USA der PM10-2,5-Feinstaub tatsächlich gemessen wird und Kent und ihre Kollegen die Belastung für etliche Regionen nur schätzen konnten, wie sie selbst betonen. "Wir brauchen weitere Forschung, um den Einfluss dieses Feinstaubs auf das Asthma-Risiko abschließend beurteilen zu können. Doch schon jetzt ist klar, dass auch die Konzentration größerer Partikel in der Luft regelmäßig kontrolliert werden sollte", schließt Kent. (American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, 2017)
(Johns Hopkins University/ American Thoracic Society, 29.12.2017 - DAL)
 
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