• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 14.12.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Australien: Neue Beutellöwen-Art entdeckt

Hundegroßer Raubbeutler lebte vor rund 25 Millionen Jahren

Fossiler Räuber: Im Nordosten Australiens haben Paläontologen das Fossil eines bisher unbekannten Beutellöwen entdeckt. Aus Schädel, Zähnen und Knochen schließen die Forscher, dass dieser Raubbeutler etwa hundegroß war und vor rund 25 Millionen Jahren lebte. Das Interessante daran: Dieser Fossilfund belegt damit, dass zur damaligen Zeit mindestens zwei Beutellöwen-Arten gleichzeitig in Australien lebten.
So könnte der neuentdeckte Beutelöwe vor rund 25 Millionen Jahren ausgesehen haben.

So könnte der neuentdeckte Beutelöwe vor rund 25 Millionen Jahren ausgesehen haben.

Während bei uns in Europa die Säbelzahnkatzen nach Beute jagten, gehörten in Australien und Ozeanien die Beutellöwen zu den Top-Prädatoren ihrer Zeit. Vor allem der jaguargroße Thylacoleo carnifex war mit seinen extrem kräftigen Pranken und Zähnen bis vor rund 40.000 Jahren ein furchteinflößender Jäger.

Kleiner Vorfahre des Thylacoleo


Eine ganz neue Art der Beutellöwen haben nun Paläontologen im Nordwesten von Queensland in Australien entdeckt. Sie stießen dort auf den Schädel, die Zähne und den Oberarmknochen eines bisher unbekannten Raubbeutlers aus der Zeit vor rund 18 bis 26 Millionen Jahren. Vergleichende Untersuchungen ergaben, dass es sich um eine neue Art aus der Familie der Thylacoleonidae handelt – der Beutellöwen.

Der Wakaleo schouteni getaufte Beutellöwe war etwa so groß wie ein Hund und wog etwa 23 Kilogramm, wie die Forscher berichten. Er war damit deutlich kleiner als der 130 Kilogramm schwere Thylacoleo. Ähnlich wie dieser besaß aber auch der kleine Wakaleo bereits scharfe, vergrößerte Reißzähne.


Koexistenz schon in der Frühzeit


Interessant auch: Die Entdeckung des Raubbeutlers Wakaleo schouteni belegt, dass im späten Oligozän – vor rund 25 Millionen Jahren – mindestens zwei verschiedene Spezies der Beutellöwen gleichzeitig in Australien lebten. Denn neben dem neuentdeckten Wakaleo schouteni hatten Paläontologen bereits die Überreste der etwas kleineren, aber etwa gleich alten Beutellöwenart Wakaleo pitikantensis gefunden.

"Die Identifikation dieser neuen Spezies hat damit eine völlig unerwartete Vielfalt der Beutellöwen ans Licht gebracht", sagt Studienleiterin Anna Gillespie von der University of New South Wales. Beide Arten waren eng verwandt, lebten zur gleichen Zeit und gehörten zudem beide zu den eher ursprünglichen Vertretern der Beutellöwen. Ihr Fund belegt nun, dass selbst in der Anfangszeit dieser Tiergruppe schon verschiedenen Arten koexistierten. (Journal of Systematic Palaeontology, 2017; doi: 10.1080/14772019.2017.1391885)
(Taylor & Francis, 07.12.2017 - NPO)
 
Printer IconShare Icon