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Freitag, 10.02.2012
Mangroven schützten Küsten vor Tsunami
Natürliche Bollwerke gegen das Meer gefährdet
Mangroven sind tropische Gezeitenwälder an der Grenze zwischen Land und Meer, die nicht nur eine große Vielfalt an außergewöhnlichen Lebensformen beherbergen, sondern auch wichtige Schutzfunktionen für die Küste übernehmen. Offensichtlich wurde die Wucht der gewaltigen Flutwelle im Indischen Ozean gerade dort abgebremst, wo intakte Korallenriffe und Mangrovenwälder als Schutzzone fungierten.

Mangroven
Mangroven
© USGS
Die salzwassertoleranten Mangrovenwälder sind wichtige Aufwuchsgebiete für Fische, Krebse und Garnelen. Mangroven bedecken heute eine Fläche von ca.15,7 Millionen ha, das entspricht der Hälfte der Fläche Deutschlands. Für die Küstenbewohner leisten Mangroven als natürlicher Küstenschutz eine unersetzliche Funktion.

Vielen tropischen Küsten vorgelagert liegt ein schützender Ring von Korallenriffen. Diese über Jahrtausende natürlich gewachsenen Wallanlagen aus Korallenfels sind als Wellenbrecher unersetzlich für den Küstenschutz, insbesondere bei Extremereignissen wie tropischen Wirbelstürmen oder Tsunamis. Sie beherbergen die größte Artenvielfalt des Meeres und sind die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen.

Die jüngsten Ereignisse machen nach Ansicht des Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen deutlich, dass der fortschreitenden weltweiten Zerstörung von Riffen und Mangroven durch Extraktion von Korallenfels, zerstörerische Fischerei, Verschmutzung, Landgewinnung und Anlagen von Garnelenteichen Einhalt geboten werden muss – schon aus Gründen des Küstenschutzes.

Weltweit sind 20 Prozent der Riffe bereits zerstört, 24 Prozent sind unmittelbar und weitere 26 Prozent mittelfristig bedroht. Die Zerstörung ist oft irreversibel, da Korallen nur sehr langsam wachsen - wenige Zentimeter im Jahr - und sich in verschmutzten Gewässern nicht erholen können. In den letzten zehn Jahren wurden über ein Drittel der Mangrovenflächen zerstört. Dass solche erfolgreich wiederausgeforstet werden können, haben beispielsweise die Vietnamesen im Mekong Delta gezeigt. Es dauert jedoch über 20 Jahre, bis sich ein widerstandsfähiger hoch gewachsener Wald entwickelt hat. Das Zentrum für Marine Tropenökologie warnt daher eindringlich davor, Küsten weiter zu zerstören.
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