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Dienstag, 16.10.2018
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Jeder dritte Deutsche schläft schlecht

Vor allem unregelmäßige Arbeitszeiten tragen zu den Schlafproblemen bei

Von wegen gute Nacht: Jeder dritte Erwachsene in Deutschland schläft schlecht. Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse. Schuld an den Schlafproblemen der Deutschen ist demnach vor allem Stress im Job. Unregelmäßige Arbeitszeiten und Schichtdienst scheinen dabei besonders häufig zu unruhigen Nächten beizutragen. Die gute Nachricht: Schon ein paar einfache Maßnahmen können helfen, gut durch die Nacht zu kommen.
Chronischer Schlafmangel ist ein großes Gesundheitsrisiko.

Chronischer Schlafmangel ist ein großes Gesundheitsrisiko.

Der Mensch braucht Schlaf, um sich zu erholen und leistungsfähig zu sein. Fehlt diese wichtige Ruhepause, spüren wir dies ziemlich schnell: Wir fühlen uns abgeschlagen, sind ungewöhnlich leicht reizbar und können uns kaum konzentrieren. Der Grund: Ohne Schlaf verpasst das Gehirn eine wichtige Aufräumphase: "Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich", sagt Jens Baas von der Techniker Krankenkasse.

Doch viele Deutsche haben Probleme damit, nachts richtig abzuschalten. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine repräsentative Umfrage unter Erwachsenen, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Krankenkasse durchgeführt hat. Die Ergebnisse bestätigen damit erneut einen Trend, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet.

Schichtarbeit als Schlafräuber


Konkret zeigen die Zahlen: Jeder dritte Erwachsene in Deutschland schläft nur mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. Zudem kommt etwa ein Viertel der Erwachsenen hierzulande nicht auf die von Experten empfohlenen sechs Stunden Schlaf. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Schlecht-Schläfer unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdienst. Von diesen sogenannten Flex-Beschäftigten klagen sogar 40 Prozent der Umfrageteilnehmer über schlechte Schlafqualität. Die Hälfte von ihnen schläft höchstens fünf Stunden.


Laut der Studie liegt der Anteil der Flex-Beschäftigten in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Und der Bedarf steigt mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können. Digitalisierung und internationale Märkte fördern Produktion, Handel und Logistik und verändern auch die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten, wie die Autoren der Untersuchung betonen.

Entgegen der inneren Uhr


"Was sich allerdings nicht ändert, ist die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis", sagt Baas. Unser interner Taktgeber tickt im Tag-Nacht-Rhythmus, ist also am Tag auf Aktivität und in der Nacht auf Ruhe programmiert. Er lässt sich bei allem gesellschaftlichen Hang zur Selbstoptimierung nicht verstellen.

"Wer nachts arbeiten muss - und das betrifft etwa jeden fünften Schichtarbeiter - liegt über Kreuz mit seinem natürlichen Biorhythmus. Gegen die innere Uhr zu arbeiten, kostet zusätzliche Energie und wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus", sagt Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung in Konstanz. 42 Prozent der Schichtarbeiter geben in der TK-Schlafstudie an, dass sie Umstellungs- und Schlafprobleme haben, wenn sich ihr Schichtplan ändert.


Krank durch Schlafmangel


Doch nicht nur ungünstige Arbeitszeiten können die Menschen um ihren Schlaf bringen. "Viele Beschäftigte treibt nachts das Gedankenkarussell um. Knapp 40 Prozent sehen Jobstress als Hauptursache, dass sie nicht in den Schlaf finden", erklärt Peter Wendt von der Techniker Krankenkasse, der die Umfrage mitorganisiert hat. "Weitere Gründe sind vor allem private Probleme mit 28 Prozent und gesundheitliche Beschwerden mit 22 Prozent." Umgekehrt kann auch der Schlafmangel selbst zu gesundheitlichen Problemen führen.

Den Studienergebnissen zufolge sind die Schlecht-Schläfer deutlich mehr von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent leiden unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den Gut-Schläfern sind es nur 35 Prozent. Wer schlecht schläft, fühlt sich darüber hinaus mehr als doppelt so häufig erschöpft, gereizt und niedergeschlagen.

Schon kleine Veränderungen helfen


Die gute Nachricht: Wer schlecht schläft, kann selbst einiges dazu beitragen, gut durch die Nacht zu kommen. "Vieles können wir zwar nicht oder nur schwer beeinflussen wie zum Beispiel Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners. Die Studie zeigt aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreicht", sagt Schlafexperte Walter.

So beklagen 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent konsumieren vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten und fünfzehn Prozent koffeinhaltige Getränke - all das sind potenzielle Schlafräuber. Genauso wie das Smartphone: Bei immerhin sieben Prozent der Erwachsenen liegt das Handy auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Besonders hoch ist der Anteil bei den Unter-30-Jährigen: Hier stört das Handy bei jedem Fünften den Schlaf.
(Techniker Krankenkasse, 16.11.2017 - DAL)
 
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