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Samstag, 25.11.2017
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Globale CO2-Emissionen steigen wieder

Weltweiter Ausstoß des Treibhausgases könnte auf 41 Milliarden Tonnen klettern

Schlechte Nachrichten zum Klimagipfel: Die globalen CO2-Emissionen werden in diesem Jahr wohl steigen. Wie aktuelle Schätzungen zeigen, dürfte die Menschheit 2017 rund 41 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre pusten. Nach drei Jahren der Stagnation wäre das erstmals wieder ein Anstieg des jährlichen CO2-Ausstoßes um rund zwei Prozent. Schuld an diesem Rückschritt ist unter anderem der weltweit größte Treibhausgasproduzent China.
Der weltweite CO2-Ausstoß nimmt wieder zu.

Der weltweite CO2-Ausstoß nimmt wieder zu.

Im Klimaabkommen von Paris einigten sich die Staaten auf ein Klimaschutzziel von maximal zwei Grad Erwärmung. Wie dies im Detail erreicht werden soll, diskutieren sie derzeit auf dem Weltklimagipfel in Bonn. Doch klar ist schon jetzt: Nur wenn die globalen Treibhausgas-Emissionen deutlich und schnell gesenkt werden, sind die Klimaschutzziele noch einzuhalten.

Davon war bisher zwar nur wenig zu spüren. Immerhin aber stimmten die Treibhausgasbilanzen der vergangenen Jahre zumindest bedingt optimistisch. Denn anstatt weiter zu steigen, stagnierte der weltweite Kohlendioxid-Ausstoß zuletzt - und lag im dritten Jahr in Folge bei rund 35 Milliarden Tonnen.

Ende der Stagnation


Doch damit ist nun offenbar Schluss: Laut einer neuen Schätzung geht es in diesem Jahr mit den Treibhausgas-Emissionen wieder nach oben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, das für das "Global Carbon Project" regelmäßig die Entwicklung des globalen CO2-Ausstoßes beobachtet. Für ihre Prognosen greifen die Wissenschaftler dabei auf Statistiken der einzelnen Staaten zurück.


Die Daten für dieses Jahr lassen nichts Gutes erahnen. Demzufolge zeichnet sich ab, dass der Kohlendioxid-Ausstoß 2017 im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um zwei Prozent steigen wird: auf rund 41 Milliarden Tonnen. "Das ist sehr enttäuschend", sagt Corinne Le Quéré von der University of East Anglia in Norwich. "Die Zeit wird damit immer knapper, die Erderwärmung auf zwei, geschweige denn 1,5 Grad Celsius zu beschränken."

Hauptverursacher China


Schuld an diesem Rückschritt ist den Forschern zufolge vor allem China: Das Land ist der größte Treibhausgasproduzent der Welt und für 28 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Volksrepublik einen Rückgang seines Ausstoßes berichtet. In diesem Jahr aber werden die Emissionen wohl um bis zu 3,5 Prozent steigen, wie die Analyse der aktuellen Zahlen nahelegt.

Grund dafür ist die zunehmende Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, die das Team unter anderem auf das zuletzt erstarkte Wirtschaftswachstum im Land zurückführt. Außerdem führte mangelnder Niederschlag zwischenzeitlich dazu, dass die chinesischen Wasserkraftwerke weniger Strom produzierten.

Minimaler Rückgang in USA und EU


Auch Indiens CO2-Ausstoß wird in diesem Jahr erneut wachsen – allerdings nur um zwei Prozent. Das ist eine positive Entwicklung für das Klima. Denn im vergangenen Jahrzehnt hatten die Emissionen im Land im Schnitt jährlich um sechs Prozent zugelegt. Verantwortlich für den Rückgang könnten den Forschern zufolge Eingriffe der Regierung in die Wirtschaft sein.

Im Staatenvergleich erstaunlich gut dar stehen auch die USA: Obwohl Präsident Trump das Klimaabkommen gekündigt hat, senken die Vereinigten Staaten ihren Ausstoß 2017 um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt, als im Schnitt minus 1,2 Prozent pro Jahr erreicht wurden, fällt der Rückgang allerdings deutlich geringer aus.

Ähnlich minimal dürften sich die Treibhausgas-Einsparungen in der Europäischen Union gestalten. Die Prognose rechnet hier mit einem Rückgang von 0,2 Prozent. Ein Teil des Problems ist dabei auch, dass Deutschland mit seinen Klimaschutzvorhaben nicht voran kommt.

Nur ein Ausreißer?


Zwar sind die aktuellen Schätzungen mit einigen Unsicherheiten verbunden. So könnte die von den Wissenschaftlern vorhergesagte Steigerung statt bei zwei auch irgendwo zwischen 0,8 und drei Prozent liegen. Fakt ist aber: Die Menschheit wird in diesem Jahr enorme Mengen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre pusten und den im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Zielen damit erstmal keinen Schritt näherkommen.

"Wir wissen nicht, ob es sich beim Anstieg der Emissionen im Jahr 2017 um einen Ausreißer handelt oder ob wir es mit Veränderungen zu tun haben, die in den kommenden Jahren für einen Aufwärtstrend sorgen werden", schließen die Forscher. (Earth System Science Data Discussions, 2017; doi: 10.5194/essdd-2017-123)
(Global Carbon Project, 14.11.2017 - DAL)
 
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