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Mittwoch, 18.10.2017
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Riesenroboter sichert Erdrutsch-Hänge

Weltraumtechnologie hilft Menschenleben retten

Die Sicherung von Erdrutsch-gefährdeten Hängen ist eine lebensgefährliche Arbeit, kann aber Menschenleben retten. Jetzt haben die Katastrophenschützer Hilfe im Riesenformat erhalten: Einer der größten Roboter der Welt, ein von der europäischen Weltraumbehörde ESA entwickelter vier Tonnen schwerer „Roboclimber“, hat erste Tests als „Hangsicherer“ in Italien bestanden.
Roboclimber in Aktion

Roboclimber in Aktion

“Es war erstaunlich zu sehen, wie leicht dieser gewaltiger Roboter es schaffte, selbst auf sehr steilen Hängen zu arbeiten und einen felsigen Berghang zu sichern”, erklärt Guglielmo Berlasso, Leiter der Zivilschutzbehörde der Friaul-Venezia-Region, in der der Test stattfand. Ort für den ersten Feldeinsatz des Roboclimber war das 25 Kilometer nördlich von Udine gelegene Tal von Alta Val Torre im Friaul. In dieser Gegend haben sich in der Vergangenheit immer wieder schwere Erdrutsche mit katastrophalen Folgen ereignet. Ausgewählt wurde eine fast senkrechte 30 Meter hohe Felswand, um den Roboter bis an seine Grenzen zu belasten.

Der Roboclimber wurde direkt an die Wand angesetzt und durch zwei Stahlseile gesichert. Ausgerüstet mit einer speziellen Bohrmaschine fräst der Roboter Löcher von bis zu 20 Metern Tiefe und einem Durchmesser von bis zu 76 Millimetern in jedem Fels und in jeder Neigung. Im Friaul bohrte der Roboclimber binnen Minuten ein mehr als zehn Meter tiefes Loch in die massive Felswand und brachte Stabilisierungsstäbe in die Bohrlöcher ein. Kontrolliert wurde er dabei mithilfe einer Kamera an Bord und einer drahtlosen Fernsteuerung. Nach Angaben der Katastrophenschützer war die Geschwindigkeit, mit der der Roboter eine Sicherung nach der anderen anbrachte, beeindruckend und zudem weitaus größer als alle bisherigen Hangsicherungsmethoden.

Bisher können steile Hänge nur mithilfe von aufwändigen Gerüstkonstruktionen und per Hand gebohrten und mit Stäben versehenen Löchern gesichert werden. Für die Arbeiter am Fels ein extrem gefährlicher Job. “Die Vorteile sind gewaltig”, erklärt Enzo Rizzi, Koordinator des Roboclimber-Projekts. „Es dauert nur ein paar Stunden, den Roboclimber zu installieren, während das Bauen eines typischen Gerüsts Tage und in kritischen Situationen sogar Wochen dauern kann. Aber am wichtigsten ist die Tatsache, dass wir mit dem Roboclimber steile, felsige Wände sichern können, ohne die Gesundheit und das Leben von Menschen zu riskieren. Wir können es schneller, effizienter und trotzdem viel sicherer durchführen.“


Der Roboclimber wurde auf der Basis von Technologie und Erkenntnissen aus dem europäischen Raumfahrtprogramm gebaut. Mit seinem Gewicht von 3.800 Kilogramm und einer Grundfläche von zwei Mal zweieinhalb Metern in der Roboclimber einer der größten Roboter der Welt – und dennoch sehr beweglich und leicht kontrollierbar. Das Kontrollsystem an Bord des Roboters beruht unter anderem auf Algorithmen, die von der ESA auch für die Steuerung von Satelliten im Weltraum eingesetzt werden.
(ESA, 13.01.2005 - NPO)
 
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