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Sonntag, 28.05.2017
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Südasien-Beben veränderte Erdrotation

Tageslänge kürzer, Planet runder, Pol verschoben

Das Erdbeben vom 26.Dezember in Indonesien hat nicht nur den katastrophalen Tsunami ausgelöst, es hat auch die Erde als Ganzes nachhaltig beeinflusst: NASA Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Erdstöße die Rotation der Erde und damit die Tageslänge, die Form des Planeten und sogar die Lage des Nordpols leicht verändert haben.
Erdbebenwellen des Südasienbebens

Erdbebenwellen des Südasienbebens

Nach Angaben von Benjamin Fong Chao, Geowissenschaftler am Goddard Space Flight Center der NASA im kalifornischen Greenbelt und Richard Gross vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena haben zwar alle Erdbeben einen Einfluss auf die Erdrotation, in der Regel ist dieser jedoch kaum nachweisbar. „Jedes Ereignis auf der Welt, dass die Bewegung einer Masse beinhaltet, beeinflusst die Erdrotation, vom saisonalen Wetter bis hin zum Fahren eines Autos“, erklärt Chao.

Chao und Gross berechneten die Auswirkungen des Erdbebens in Bezug auf die Erdrotation sowohl in Bezug auf die Tageslänge als auch auf die Veränderungen des Schwerkraftfeldes hin. Die Tageslänge der Erde hat sich durch das Erdbeben um 2,68 Mikrosekunden verkürzt. Das ist zwar viel zu gering, um gemessen werden zu können, aber berechnen ließ es sich.

Die Form unseres Planeten ist ebenfalls verändert: Die Abflachung der Erde an den Polen und Ausbuchtung am Äquator hat sich durch die Bebeneinwirkungen um rund zehn Milliardstel Teile reduziert und setzt damit einen bereits durch frühere Beben eingeleiteten Trend fort. Gleichzeitig kontrollierten die Wissenschaftler auch die polaren Bewegungen des Planeten, die für eine Verschiebung des Nordpols sorgen. Der „mittlere“ Nordpol wurde durch die Erdstöße um rund 2,5 Zentimeter in Richtung des 145. östlichen Längengrades versetzt – eine deutlich messbare Verschiebung.

Um einen Eindruck der Massen zu gewinnen, die durch das Beben verschoben wurden, vergleicht Chao es mit dem Drei-Schluchten-Staudamm in China, der rund 40 Kubikkilometer Wasser aufstaut. Würde man diese Masse auf einmal verlagern, hätte dies eine Verlängerung der Tageslänge um rund 0,06 Mikrosekunden zur Folge und ebenfalls eine, wenn auch minimale, Abrundung der Erde. Der Pol würde sich um rund zwei Zentimeter verschieben.


Das starke Erdbeben, dass sich westlich der Insel Sumatra am 26. Dezember 2004 ereignete, hatte einer Stärke von 9 und war das viertstärkste Erdbeben in den letzten hundert Jahren. Der zerstörerische Erdstoß war die Folge der Kollision von Indischer und Burmesischer Erdplatte. In ihm wurde die durch die Unterschiebung der Indischen unter die Burmesische Platte aufgestaute Spannung freigesetzt. Dabei sprang die eine Platte ruckartig abwärts und löste so die Erdstöße aus.
(NASA, 11.01.2005 - NPO)
 
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