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Samstag, 23.06.2018
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Was verrät unser Gesicht über unsere Sexualität?

Testosteron hat Einfluss auf Gesichtsform und die Libido

Die Gesichtsform verrät es: Männer und Frauen mit breiteren Gesichtszügen besitzen häufig eine stärkere Libido – zumindest legt dies eine Studie jetzt nahe. In dieser fanden Forscher einen Zusammenhang zwischen der Gesichtsform und dem Sexualtrieb ihrer Probanden. Bei Männern könnte ein breiteres Gesicht zudem auf eine Neigung zur Untreue hindeuten. Der Hintergrund dafür: Sowohl die Gesichtsform als auch das Sexualverhalten werden durch das Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst.
Die Gesichtsform kann etwas über unser Verhalten und sogar unseren Sexualtrieb verraten.

Die Gesichtsform kann etwas über unser Verhalten und sogar unseren Sexualtrieb verraten.

Das Gesicht eines Menschen spiegelt auch seine Persönlichkeit wider – so glauben wir jedenfalls, Instinktiv halten wir beispielsweise Männer mit breiten, eher maskulinen Gesichtszügen für eher egoistisch und sogar potenziell untreu. Politikerinnen profitieren dagegen davon, wenn sie eher feminine Züge besitzen. Dieser Face-ism geht soweit, dass er sogar Wahlentscheidungen und sogar Gerichtsurteile beeinflussen kann.

Gesichtsform und Hormone


Aber wie zuverlässig sind unsere instinktiven Zuordnungen? Nach Ansicht vieler Wissenschaftler sind viele vermeintliche Zusammenhänge von Gesicht und Persönlichkeit bloße Vorurteile und besitzen keine biologische Basis. Doch es gibt Ausnahmen. Studien belegen, dass die Breite des Gesichts im Verhältnis zu seiner Länge durchaus mit bestimmten Charaktereigenschaften wie Aggression, Dominanz und auch egoistischem Verhalten verknüpft sein kann.

Der Grund dafür: Sowohl diese Persönlichkeitszüge als auch die Gesichtsform werden durch das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst, wie Steven Arnocky von der Nipissing University in Kanada und seine Kollegen berichten. Haben Jugendliche während der Pubertät einen höheren Testosteronspiegel, dann entwickeln sie tendenziell ein breiteres Gesicht, aber auch ein maskulineres Verhalten.


Das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst das Sexualverhalten, aber auch bestimmte körperliche Merkmale.

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst das Sexualverhalten, aber auch bestimmte körperliche Merkmale.

Was verrät das Gesicht über unseren Sex?


Doch gibt die Gesichtsform möglicherweise auch Hinweise auf das Sexualverhalten? "Bisherige Forschungen deuten darauf hin, dass sexuelle Motive und Sexualverhalten sowohl bei Männern als auch bei Frauen durch Testosteron beeinflusst wird", erklären die Wissenschaftler. Zu wenig dieses Geschlechtshormons kann beispielsweise zu sexueller Lustlosigkeit führen und bei Männern zu Erektionsstörungen.

Für ihre Studie befragten Arnocky und seine Kollegen knapp 460 Studentinnen und Studenten in einem standardisierten Fragebogen nach ihrer sexuellen Aktivität. Die Fragen zielten darauf ab, die Stärke des Sexualtriebs zu ermitteln. Bei gut 300 Teilnehmern stellten die Forscher zusätzlich Fragen nach ihrer Treue und der bisherigen Anzahl der Sexualpartner. Von allen Versuchspersonen wurden zudem Portraitfotos gemacht, die die Forscher im Hinblick auf das Breiten-Höhen-Verhältnis des Gesichts analysierten.

Breiter Kopf, mehr Sex?


Und tatsächlich: Die Auswertungen ergaben eine Korrelation zwischen Gesichtsform und Sexualverhalten. Männer und Frauen mit eher breiteren Gesichtszügen gaben demnach häufiger an, einen eher stark ausgeprägten Sexualtrieb zu besitzen. Das könnte bestätigen, dass der Testosteronspiegel sowohl das Sexualverhalten als auch die Gesichtsform junger Erwachsener prägt, so die Forscher.


Männer mit einem breiteren Gesicht hatten zudem häufiger eine lockerere Einstellung zu Treue und Beziehungen und gaben eher an, einem Seitensprung nicht abgeneigt zu sein, wie die Wissenschaftler berichten. Bei Frauen gab es hier keine signifikante Korrelation. "Zusammen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass bestimmte Gesichtsmerkmale durchaus Informationen über die sexuelle Motivation vermitteln können", sagt Arnocky. (Archives of Sexual Behavior, 2017; doi: 10.1007/s10508-017-1070-x)
(Springer Nature, 21.09.2017 - NPO)
 
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