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Samstag, 25.03.2017
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Südostasien: Frühwarnsystem für Tsunamis beschlossen

EU stellt 1,5 Milliarden Euro Hilfe für Flutopfer zur Verfügung

Auf dem Gipfel der Geberländer in der indonesischen Hauptstadt Jakarta haben Politiker, UNO und Hilfsorganisationen die Gründung eines Frühwarnzentrums für Tsunamis im Indischen Ozean beschlossen. Nach Meinung von Experten könnten sich die Kosten für ein derartiges Alarmsystem in der Krisenregion auf mindestens 100 Millionen Euro belaufen. Wie das Warnsystem finanziert werden soll, ist zurzeit noch unklar.
Tsunami

Tsunami

Im Pazifik, wo seit 40 Jahren ein Tsunami-Warnsystem besteht, soll die Anlage demnächst mit neuesten Mess-Geräten und Computern bestückt werden. Eine „Umleitung“ dieser Technik nach Südostasien scheint möglich. Der Aufbau eines Alarm-Systems wird nach Meinung von Wissenschaftlern aber mindestens ein Jahr dauern.

EU stellt 1,5 Milliarden Euro bereit


Wie der UN-Genralsekretär Kofi Annan in Jakarta betonte, ist für Sofortmaßnahmen zur Unterstützung der rund fünf Millionen Opfer der verheerenden Flutkatastrophe in den nächsten Wochen mindestens eine Milliarde Dollar notwendig.

José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, hat derweil auf dem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs ein zusätzliches Hilfspaket von bis zu 450 Millionen Euro an humanitärer und Wiederaufbauhilfe für die von der Flut betroffenen Länder angekündigt. Damit erhöht sich die finanzielle Hilfe der EU und deren Mitgliedstaaten auf 1,5 Milliarden Euro.


Zudem schlug Barroso eine Darlehenserleichterung der Europäischen Investitionsbank für die Länder des Indischen Ozeans in Höhe von einer Milliarde Euro vor. Er bekundete in seiner Rede nochmals die Anteilnahme der EU an der Katastrophe: „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um Sie bei der Überwindung dieser Katastrophe zu unterstützen“.

Das zusätzliche Hilfspaket der EU-Kommission von 450 Millionen Euro besteht zum größten Teil aus längerfristiger Wiederaufbauhilfe von 350 Millionen Euro zur Wiederherstellung der Infrastruktur und der Lebensbedingungen in den zerstörten Gebieten. 100 Millionen Euro sollen den Vereinten Nationen oder dem Roten Kreuz als humanitäre Soforthilfe dienen.

„Sanfter Tourismus“ in Südostasien?


In Deutschland hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe zur Stärkung des so genannten „sanften Tourismus“ in Südostasien aufgerufen. Wenn deutsche Städte und Gemeinden mit Partnerschaften in den Katastrophengebieten helfen wollten, bedürfe dies jeder Unterstützung. Die Wiederaufbauhilfen müssten jedoch neben sozialen auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Es dürften nicht jene Fehler wiederholt werden, die zu den enormen menschlichen Opfern und Sachschäden beigetragen hätten. Die Errichtung von Touristenquartieren in potentiellen Überflutungsflächen, das Abholzen von Mangrovenwäldern für Fischfarmen oder ufernaher Straßenbau hätten das Ausmaß der Katastrophe mit bestimmt.

BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm: „Vor Naturkatastrophen dieser Art kann man sich kaum schützen. Seebeben sind immer wieder möglich. Aber auch der menschengemachte Klimawandel bedroht die Küsten. Deshalb müssen beim Wiederaufbau einige Grundregeln beachtet werden: In besonders gefährdeten Gebieten darf nicht gebaut werden. Potentielle Überflutungsflächen müssen so groß wie möglich ausgelegt sein, die natürliche Vegetation muss geschützt und nur heimische Arten dürfen nachgepflanzt werden. An die Küsten Südostasiens gehören salzwasserbeständige Mangroven und nicht Swimmingpools oder künstliche Blumenrabatte. Manche Strände und Inseln sollten von der Tourismusindustrie ganz verschont bleiben.“

In Südostasien, so Timm, sei der „sanfte“ naturnahe Tourismus bislang vernachlässigt worden. Die Errichtung von Hotels nach westlichen Standards gehe oft auf Kosten des Natur- oder Landschaftsschutzes und des regionalen Wasserhaushalts. Der Massentourismus sei in der Regel mit großen Umweltproblemen wie Flächenverbrauch oder erhöhten CO2-Emissionen verbunden. Weltweit sollten deshalb künftig ökologische Tourismusprojekte stärker gefördert werden.

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(MMCD/EU/BUND, 07.01.2005 - DLO)
 
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