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Samstag, 19.08.2017
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Europa: Juni-Hitze brach Rekorde

Hitzewelle übertraf teilweise sogar die Rekorde von 2003

Rekordverdächtiger Frühsommer: Der Juni 2017 war in weiten Teilen Europas viel zu heiß. In Frankreich, Spanien und der Schweiz war es teilweise bis zu sieben Grad wärmer als im langjährigen Mittel, wie Klimaforscher berichten. Die Hitze reichte damit an die Rekordwerte des Sommers 2003 heran und übertraf sie teilweise sogar. Die Ursache: Der Klimawandel hat solche Hitzeextreme um das bis zu Zehnfache wahrscheinlicher gemacht.
Temperaturanomalien für Juni 2017 im Vergleich zum Mittel von 1981-2010

Temperaturanomalien für Juni 2017 im Vergleich zum Mittel von 1981-2010

Der Klimawandel lässt nicht nur die Mitteltemperaturen schleichend ansteigen, er lässt auch die Extreme häufiger werden - und damit auch sommerliche Hitzewellen. Vor Kurzem erst prognostizierten Klimaforscher, dass "Jahrhundertsommer" schon ab 2060 bei uns zur Regel werden könnten. Einer der Gründe dafür ist ein veränderter Jetstream, der länger anhaltende Sonnenperioden begünstigt.

Drei bis sieben Grad wärmer als normal


Nach einem bereits von Wärmerekorden gespickten Jahresanfang hat nun der Juni neue Höhen erreicht. Die Junitemperaturen in Europa lagen insgesamt um drei Grad über dem langjährigen Mittel, wie Klimaforscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ergeben haben.

In Spanien, Frankreich, der Schweiz und Italien wurden im Juni 2017 sogar sieben Grad über dem Mittel erreicht. In Frankreich und der Schweiz war der Juni damit der zweitheißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den Niederlanden wurde sogar noch nie ein so heißer Juni registriert, wie die Forscher berichten.


Extrem heiße Nächte


Hitzeextreme gab es vor allem in Frankreich: In Paris stiegen die Temperaturne am 21, Juni auf mehr als 37 Grad, in der darauffolgenden Nacht blieben sie bei heißen 29 Grad - ein neuer Rekord. Auch im Landesmittel blieb das Thermometer in dieser Nacht auf rekordverdächtigen Höhen von 26,4 Grad, wie die Forscher berichten. In England war der 21. Juni der heißeste Tag seit 40 Jahren.

Abweichungen des 500 mb-Niveaus vom 30-Jahres-Mittel im Juni 2017

Abweichungen des 500 mb-Niveaus vom 30-Jahres-Mittel im Juni 2017

Ursache der ungewöhnlichen Hitzewelle ist ein ausgedehntes Gebiet mit anomal hohem Luftdruck, das sich im Juni über weiten Teilen Europas festgesetzt hatte. Wie die Forscher erklären, führte dies zu anhaltend klarem Himmel und sorgte dafür, dass die Sonneneinstrahlung die Erdoberfläche stark aufheizen konnte.

Ist der Klimawandel schuld?


Ob der Klimawandel an diesem Wetterextrem zumindest Mitschuld hat, haben Forscher der World Weather Attribution (WWA) näher untersucht. Sie verglichen dafür die Ergebnisse mehrerer Klimamodelle und die Wahrscheinlichkeiten, mit denen solche Hitzeperioden in den verschiedenen Ländern typischerweise auftreten müssten.

Das Ergebnis: In allen sieben untersuchten Ländern Europas ist das Risiko für Hitzewellen bereits deutlich gestiegen: "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Junitemperaturen so hoch steigen wie 2017 hat sich in Spanien und Portugal um das mehr als Zehnfache erhöht", berichte die Wissenschaftler. In Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden hat sie sich vervierfacht, in Belgien verdoppelt. Die treibende Kraft dahinter seien vor allem die gestiegenen Treibhausgas-Werte.

"Diese jüngste Hitzewelle macht deutlich, dass wir nicht erst zehn oder 50 Jahre warten müssen um zu sehen, wie uns der Klimawandel beeinflussen wird", konstatieren die Forscher. "Menschen auf den gesamten Globus spüren die Auswirkungen schon heute."
(NOAA Climate.gov, World Weather Attribution (WWA), 24.07.2017 - NPO)
 
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