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Montag, 20.11.2017
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Hilft Ökostrom im Kampf gegen den Klimawandel?

Alternative Energien

Ökostrom ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Weltweit ist der Verbrauch an regenerativen Energien angestiegen. Doch gleichzeitig schreitet auch der Klimawandel mit großen Schritten voran. Fraglich ist, ob ein zeitnaher Total-Umstieg auf alternative Energien den Wandel noch aufhalten kann.
Seit der Industrialisierung hat der CO<sub>2</sub>-Ausstoß stark zugenommen.

Seit der Industrialisierung hat der CO2-Ausstoß stark zugenommen.

Um über 1.500 Terawattstunden hat sich weltweit der jährliche Verbrauch an Ökostrom gesteigert. Die technologische Nutzung der Energie aus Sonne, Windkraft, Wasser und Geothermie entwickelt sich stetig weiter. Aktuell liegt Deutschland bei einer Stromerzeugung aus regenerativen Quellen von durchschnittlich gut 32 Prozent. Doch immer noch ist der Anteil an Strom aus Stein- und Braunkohle zu hoch. Jedes Jahr werden somit hierzulande tausende Tonnen an C02 in die Luft gestoßen.

Die ökologische Revolution


Die Idee, aus regenerativen Energiequellen Strom zu gewinnen ist dabei nicht neu. Bereits Anfang der 90er gehörte diese Form der Energiegewinnung zum Standard. Jedoch war die technische Nutzung noch etwas rückständiger als heute und die tatsächliche Stromgewinnung betrug nur gut 3 Prozent. Durch gezielte Förderungen und Verordnungen wurde der Ausbau weiter unterstützt. Elektroversorger wurden verpflichtet, auch Kleinanbietern Strom abzunehmen und zu vergüten.

Nicht zuletzt motiviert durch diese zusätzliche Verdienstmöglichkeit, stiegen viele Privatpersonen auf die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen um und speisten überschüssige Energie in das Stromnetz ein. Jede Kilowattstunde Strom aus Wind, Wasser oder Sonne brachte etwa 16 Pfennige.


Windkraftenergie wurde über die letzten Jahre stark ausgebaut.

Windkraftenergie wurde über die letzten Jahre stark ausgebaut.

Im Jahr 2000 folgte dann das Erneuerbare Energien Gesetz EEG, wonach weitere Förderungen in Kraft traten und Netzbetreiber verpflichtet waren, Öko-Strom aus regenerativen Energiequellen vorrangig abzunehmen. Das Interesse an der Produktion von Ökostrom stieg damit weiter an. Aufgrund des Super-GAU 2011 in Fukushima, bekamen die regenerativen Energien weiter Aufwind, denn nun wurde endgültig der Ausstieg aus der Nuklearenergie beschlossen. Mittlerweile gibt es kaum mehr einen Stromerzeuger, die nicht auch Ökostrom im Portfolio haben.

Die Situation des Ökostroms in Europa


Der Anteil an Ökostrom in Deutschland wächst weiter, wenn auch etwas langsamer. Im ersten Halbjahr 2017 betrug er 35,1 Prozent. Verglichen mit dem ersten Halbjahr in 2014, als der Anteil bereits bei 31 Prozent lag, ist er somit durchschnittlich pro Jahr etwa 1,4 Prozent angestiegen. Dabei sind die Stromkosten für Ökostrom für Verbraucher durchaus vergleichbar mit den Kosten für konventionellen Strom.

Wirklich grüner Strom, der nicht mit grauem Strom gemischt werden kann, kommt allerdings nur bei wenigen Anbietern zum Einsatz. So sind in Deutschland hauptsächlich die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energie, die Naturstrom AG und Lichtblick dafür bekannt, dass sie Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen herstellen – ohne Atom- und Kohlestrom.

Im benachbarten Österreich ist das Angebot aus reinem Ökostrom noch höher. Die Ökostrom AG, Naturkraft Energievertriebsgesellschaft und die Alpen Adria Naturenergie ermöglichen den Zugriff auf reinen grünen Strom. Bei den sauberen Stromanbietern gibt es neben dem Kundenservice die Auswahl zwischen verschiedenen Ökostromprodukten. Es können somit gezielt heimische Wind-, Wasserkraft-, oder Solaranlagen gefördert werden. Insgesamt ist der Ausbau in Österreich schon so weit, dass bis 2030 mit einer Nutzung von 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen gerechnet wird.

Die Schweiz ist beim Ökostrom ebenfalls gut aufgestellt. Dies ist allerdings hauptsächlich auf die Wasserkraftwerke zurückzuführen, die für etwa 60 Prozent der Energieerzeugung verantwortlich sind.

Frankreich liegt mit etwa 15 Prozent an genutztem Ökostrom-Anteil noch etwas zurück. Allerdings gibt es auch hier Ambitionen, auf mehr regenerative Energien umzusteigen. Insgesamt möchte das Land bis 2050 seinen Energieverbrauch halbieren und davon einen Drittel durch regenerative Energien decken.

Wie schnell müsste der CO2-Anteil gesenkt werden?


In der Ambition, den Anteil an regenerativen Energien zu erhöhen und den CO2-Ausstoß zu verringern, sind sich die Staaten der EU einig. Seit der Industrialisierung hat sich der CO2-Anteil stark erhöht. Dieser Anteil steigert die Absorption der Wärmestrahlen, die die Erde in Richtung All abstrahlt, und wirkt somit als Treibhausgas.

Doch trotz der Energiewende steigt der Ausstoß an Treibhausgasen weiter an. Ein wesentlicher Faktor dabei ist der Ausstoß durch Verkehrsabgase. PKW auf den Straßen verbrennen stetig mehr Diesel und Benzin. Daher drängt die EU, im Verkehr auf Elektromobilität umzusteigen, denn beim Strom kann auf regenerative Quellen zurückgegriffen werden.

Der Klimawandel wird womöglich vermehrt zu Dürreperioden führen.

Der Klimawandel wird womöglich vermehrt zu Dürreperioden führen.

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 etwa 40 Prozent weniger CO2 freizusetzen als 1990, ist fast nicht zu erreichen. Eine Minderung um 27,6 Prozent ist geschafft, aktuell steigen die Werte jedoch an. Um das Ziel zu erreichen, müssten jährlich noch einmal 40 Tonnen eingespart werden. Dies wäre realisierbar, wenn schrittweise bis 2030 aus dem Kohlestrom ausgestiegen wird.

Dazu legte Greenpeace der Bundesregierung einen Ausstiegsplan vor. 84 Kohle-Kraftwerke müssten demnach bis 2020 vom Netz genommen werden. Die Kapazität von 16 Gigawatt müsste durch einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien aufgefangen werden. Damit auch die restlichen Kohlekraftwerke bis 2030 vom Netz gehen können, wird von einem Zuwachs der regenerativen Energien auf 80 Prozent ausgegangen.

Tatsächlich spielen die regenerativen Energien somit eine Schlüsselrolle bei der Einhaltung der Klimaschutzziele und der Verlangsamung des Klimawandels. Dennoch muss die Umsetzung global betrachtet und auf mehreren Ebenen gesehen werden. Insgesamt müssen die Industrieländer bis 2050 den CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent senken, damit der weltweite Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad begrenzt bleibt.
( , 17.07.2017 - )
 
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