• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 13.12.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Größte Bäume in extremer Höhe entdeckt

Im Gebirge Papua- Neuguineas wachsen 40 Meter hohe "Riesen"

Größenrekord in der Höhe: In hohen Gebirgslagen erreicht die Vegetation normalerweise eher kleine Ausmaße - nicht so in Papua-Neuguinea. Dort haben Forscher im tropischen Bergwald auf rund 3.000 Metern Höhe erstaunlich groß gewachsene Bäume entdeckt. Immerhin zwischen 30 bis 40 Meter hoch erstrecken sich manche Exemplare. Das Besondere: In anderen Teilen der Erde werden in diesen Höhen heimische Bäume in der Regel kaum größer als 15 Meter.
Tropischer Bergwald in Paupa-Neuguinea: In großen Höhen wachsen hier erstaunlich hohe Bäume.

Tropischer Bergwald in Paupa-Neuguinea: In großen Höhen wachsen hier erstaunlich hohe Bäume.

Ob in den Tropen, in gemäßigten Breiten und sogar bis in den hohen Norden: Bäume gibt es fast überall auf der Erde. Mehr als drei Billionen dieser Pflanzen wachsen Schätzungen zufolge auf unserem Planeten. Den Größenrekord halten dabei die mitunter bis zu 115 Meter hohen Küstenmammutbäume an der Westküste der USA, dicht gefolgt vom Rieseneukalyptus, der immerhin knapp 100 Meter erreicht.

Um zu solchen gewaltigen Ausmaßen heranwachsen zu können, müssen die Pflanzen beste Bedingungen vorfinden. In den kargen Lebensräumen hoher Gebirge ist das in der Regel nicht der Fall: "Die gängige Lehrmeinung ist deshalb, dass hohe Berge kleine Bäume hervorbringen", sagt Michelle Venter von der University of Northern British Columbia im kanadischen Prince George. Nun haben die Forscherin und ihr Team jedoch eine Entdeckung gemacht, die diese Annahme in Frage stellt.

Bei einer Expedition stießen die Forscher unter anderem auf dieses große Exemplar.

Bei einer Expedition stießen die Forscher unter anderem auf dieses große Exemplar.

40 statt 15 Meter groß


Für ihre Studie nahmen die Wissenschaftler den Baumbestand Papua-Neuguineas unter die Lupe. Insgesamt erforschten sie 195 Waldparzellen in der Provinz Morobe - von den Tieflandwäldern an der Nordküste bis in die großen Höhen des tropischen Gebirgswalds. Dabei sorgten insbesondere ihre Expeditionen in die extremen Höhenlagen zwischen 2.400 und 3.100 Meter für eine Überraschung.


Denn dort im Gebirge wuchsen erstaunlich große Bäume. In anderen Teilen der Erde werden in diesen Höhen heimische Bäume in der Regel kaum größer als 15 Meter. "Tropische Bergwälder sind typischerweise gedrungen und knorrig", sagt Venter. "Wir aber haben mehr als 15 Baumfamilien entdeckt, die zum Teil zwischen 30 und 40 Meter erreichen."

Größenrekord in der Höhe?


Eines der höchsten vermessenen Exemplare ist eine 41 Meter hohe Scheinbuche der Art Nothofagus starkenborghii, wie das Team berichtet. Damit könnten in Papua-Neuguinea die weltweit größten Bäume in solchen extrem hohen Lebensräumen stehen. Zum Vergleich: Die Rekordhalter unter den Baumriesen der Erde, die Küstenmammutbäume, wachsen auf Höhen von höchstens 920 Metern.

Wie die Forscher herausfanden, ist das Klima an den Bergspitzen Papua-Neuguineas jenem an der nebligen Westküste der USA, der Heimat der amerikanischen Riesen, jedoch erstaunlich ähnlich. Diese einzigartigen Bedingungen in der Höhe könnten ein Grund für die unerwartete Größe der dort wachsenden Bäume sein.

Besonders anfällig


Doch das Geheimnis der Großen in den Bergen ist noch nicht vollends gelüftet: "Man mag es kaum glauben, aber warum und unter welchen Umständen Bäume zu Riesen heranwachsen, ist noch immer nicht vollständig geklärt", sagt Mitautor Michael Bird von der James Cook University in Cairns in Australien.

Klar sei aber: "Große Bäume sind besonders anfällig für Bedrohungen wie Krankheiten oder den Klimawandel - und wegen ihrer Größe und ihres Alters können sie sich nur schwer an sich schnell verändernde, vom Menschen beeinflusste Umweltbedingungen anpassen", schließt der Forscher. (Global Change Biology, 2017; doi: 10.1111/gcb.13741)
(University of Queensland, 31.05.2017 - DAL)
 
Printer IconShare Icon