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Freitag, 19.03.2010
Südasien: Zahl der Opfer steigt immer weiter
Mehr als 150.000 Tote nach Seebeben offiziell bestätigt
In der Krisenregion Südasien ist die Zahl der Opfer nach dem verheerenden Seebeben und den nachfolgenden Flutwellen mittlerweile auf offiziell mehr als 150.000 gestiegen. Experten von Hilfsorganisationen gehen aber davon aus, dass insgesamt mindestens 165.000 Menschen in den Wassermassen umgekommen sind. Allein auf Sumatra werden nach Schätzungen der Regierung mindestens 94.000 Todesopfer beklagt.

Tsunami
Tsunami
© NOAA
Größere Hoffnung auf Rettung besteht für die vielen tausend Vermissten nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin nicht mehr. Nach inoffiziellen Meldungen sind im gesamten Krisengebiet allein mehr als 3.000 Deutsche noch immer verschollen.

Während beispielsweise in Ländern mit guter Infrastruktur wie Thailand die Hilfsmaßnahmen größtenteils erfolgreich verlaufen, können auf Sumatra viele Flutopfer bisher lediglich aus der Luft mit Notfallpaketen versorgt werden. In vielen Regionen bedrohen deshalb noch immer Seuchen, Wassermangel und Hungersnöte die zumeist obdachlose Bevölkerung. Nach bisher unbestätigten Berichten soll es in einigen Gebieten Südasiens bereits zu Cholera-Ausbrüchen gekommen sein.

Wie die Vereinten Nationen bekannt gaben, stehen zurzeit bereits finanzielle Hilfen in Höhe von rund 900 Millionen Euro für die betroffenen Länder bereit. Auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung in Deutschland ist ungebrochen. In den letzten acht Tagen sind mehr als 30 Millionen Euro auf den Konten der Hilfsorganisationen eingegangen – zehn Million mehr als von der Bundesregierung als Soforthilfe bereitgestellt wurde.

Bundesinnenminister Otto Schily hat jetzt entschieden, ein weiteres THW-Team nach Indonesien zu entsenden. Das 35-köpfige Team des Technischen Hilfswerks ist am 03. Januar 2005 von Frankfurt ins Katastrophengebiet nach Banda Aceh, im Norden Indonesiens geflogen. Die THW-Experten sollen dort die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen und Unterstützung bei der Instandsetzung der Infrastruktur leisten.

Parallel starteten auch fünf Frachtmaschinen ab Hahn/Frankfurt in die Krisenregion in Indonesien. Die Frachtmaschinen führen unter anderem sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA), ein Labor, Fahrzeuge und Kommunikationstechnik mit, um die lebensnotwendige Infrastruktur in der von der Flutwelle völlig zerstörten Region wieder aufzubauen.

Zurzeit sind bereits zwei Erkundungsteams vor Ort in der Katastrophenregion Indonesien und haben ihre Arbeit aufgenommen. Zudem sind über 60 THW-Einsatzkräfte in Sri Lanka und Thailand sowie auf den Malediven im Einsatz und hauptsächlich in den Bereichen Infrastruktur, Trinkwasserversorgung und Einsatzkoordination tätig.
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