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Dienstag, 17.01.2017
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SIBERIA-II kann Kyoto aus dem All überprüfen

Satellitenbilder kontrollieren Klimaschutzziele

Waldvernichtung

Waldvernichtung

Neu angelegte Wälder sollen laut Kyoto-Protokoll helfen, das vom Menschen ausgestoßene Klimagas Kohlendioxid zu reduzieren. Doch wie soll überprüft werden, ob die einzelnen Länder ihren Verpflichtungen nachkommen? Ein Projekt unter der Federführung des Instituts für Geographie an der Universität Jena kann dieses Problem lösen. Das von der EU finanzierte SIBERIA-II Projekt zur Treibhausgasbilanzierung soll u.a. exakte Daten darüber liefern, wie sich die Vegetation in einem Gebiet verändert. Wurde Wald gerodet oder wurden neue Flächen aufgeforstet? Diese Informationen sind wichtig, um eine Bilanz des Kohlenstoffes aufstellen zu können.

Wie alt ist der Wald?


Die ersten Ergebnisse des 2002 angelaufenen Projektes werden am 28. und 29. März von den 14 beteiligten Forschungsinstituten in einer Konferenz in der Nähe von London vorgestellt. Die Wissenschaftler aus Jena haben z.B. Satellitenaufnahmen im Gepäck, die die Waldverluste der letzten zehn Jahre in Sibirien eindrucksvoll zeigen. "Auf unseren Bildern sind eindeutig Abholzungen und Waldbrandnarben zu sehen.", sagt Dr. Sören Hese. Die Projektleiterin Prof. Christiane Schmullius führt weiter aus: "Wir hier in Jena konzentrieren uns in diesem Projekt auf die Entwicklung von Methoden, um solche Veränderungen erkennen zu können." Im Klartext suchen die Jenaer Wissenschaftler Wege, um die Satellitenaufnahmen zu entschlüsseln: Wo steht ein Baum und wie alt ist er?

Die Späher im All


Unzählige Satelliten umkreisen pausenlos die Erde. Mit verschiedensten Sensoren tasten sie die Erdoberfläche ab. Die für unterschiedliche Projekte gewonnen Datenmengen stehen Wissenschaftlern weltweit für verschiedene Fragestellungen zur Verfügung, erklärt Hese. Auch SIBERIA-II greift auf diesen Datenpool zurück, denn Veränderungen lassen sich nur auf zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen Satellitenbildern erkennen. Die auf der Tagung vorgestellten Ergebnisse wurden durch die Anwendung von so genannten "Change Detection" Algorithmen erstellt. Dazu wurden die Informationen von aktuellen und zehn Jahre alten Satellitenaufnahmen mit Hilfe von mathematischen Formeln miteinander verglichen.

Modell und Realität


Nun müssen die beteiligten Klimaforscher aus Potsdam, Österreich und Großbritannien die Jenaer Ergebnisse in ihre Modelle integrieren. Ihre Modelle zeigen, was der Waldverlust für die Kohlenstoffbilanz und damit den Treibhauseffekt bedeutet. Also eine doppelte Nutzung der Bilder: Wie sieht die Kohlenstoff-Bilanz aus und was passiert wirklich, um den Anstieg zu stoppen.
(Institut für Geographie der Friedrich Schiller Universität Jena, 01.04.2003 - Kirsten Achenbach / DFG-Forschungszentrum Ozeanränder Bremen (RCOM))
 
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