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Samstag, 16.12.2017
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Roboterarm „feiert“ Heiligabend im All

Deutscher Weltraum-Roboter startet zur ersten Bewährungsprobe in den Weltraum

Für die deutsche Weltraum-Robotik beginnt an Heiligabend eine wichtige und lang ersehnte Bewährungsprobe: Ein rund 50 Zentimeter langer Roboterarm mit zwei Gelenken, einem Metallfinger und zwei integrierten Kameras soll am 24.12.2004 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur mit einem unbemannten Progress-Transporter (M51) zur Internationalen Raumstation ISS starten.
Roboterarm ROKVISS

Roboterarm ROKVISS

Ende Januar soll der deutsche Roboterarm dann an einer Außenplattform der ISS montiert werden und dort seine Weltraumtauglichkeit beweisen: "Wir wollen zeigen, dass unser Roboterarm fast ohne Zeitverzögerung, also in Echtzeit, von der Erde aus gesteuert werden kann und dass er ebenfalls über eine hohe Autonomie verfügt", erklärte Prof. Gerd Hirzinger vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München: "Wenn uns das gelingt, können wir in Zukunft von der Erde aus gefährliche und anstrengende Arbeiten im Weltraum durchführen und dadurch Astronauten entlasten. Auch Routinearbeiten könnten wir günstiger von der Erde aus durchführen.

Zudem ergeben sich für unbemannte Missionen in die Tiefen des Weltalls ganz neue Perspektiven durch den Einsatz von intelligenten und extrem beweglichen Robotern", fügte Hirzinger hinzu. Hirzinger ist Leiter des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik, an dem der Roboterarm entwickelt wurde.

Anfang Dezember 2004 hatte der deutsche Roboterarm in Baikonur alle abschließenden Tests erfolgreich absolviert. Am 24. Dezember 2004 soll er gegen 03.13 Uhr Ortszeit Baikonur (23. Dezember 2004, 23.13 Uhr MEZ) mit einer russischen Sojus U-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS starten. Ab Mitte Januar 2005 ist die Außenmontage des deutschen Technologie- Experiments an der ISS geplant, im März 2005 beginnen die Experimente, die vom DLR in Oberpfaffenhofen durchgeführt und ausgewertet werden.


Finanziert wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Hard- und Software wurde entwickelt und gebaut von EADS Space Transportation in Bremen als Hauptauftragnehmer und dem DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen, das für die Robotik-Komponenten und die Experimentdurchführung sowie die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse verantwortlich zeichnet.

Die Firma Kayser-Threde aus München ist für Entwicklung und Bau des Experimentcomputers, die Stromversorgung und technische Unterstützung des DLR-Instituts zuständig. Das Unternehmen Hoerner & Sulger liefert die Kameraausrüstung mit Elektronikzubehör. Das Management des Projekts erfolgt durch die Raumfahrt-Agentur des DLR in Bonn. Die Durchführung der Mission basiert auf einer Vereinbarung zwischen der Raumfahrt-Agentur des DLR, den russischen Partnern der Roskosmos und RKK Energia sowie dem Münchner Unternehmen Kayser-Threde als Hauptauftragnehmer für die S-Band-Kommunikationsinfrastruktur.

Die Kosten für das Experiment mit dem Namen ROKVISS (RObotik- Komponenten-Verifikation auf der ISS) belaufen sich auf 11,5 Millionen Euro einschließlich 3,5 Millionen Euro für Start, Montage und Betrieb auf der ISS, die Deutschland an die russischen Vertragspartner zahlt.
(DLR, 22.12.2004 - NPO)
 
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