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Mittwoch, 23.08.2017
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Vitamin D ist nicht alleine durch Lichteinstrahlung zu decken

Vitamine

Experten gehen davon aus, dass in der Winterzeit über 60 Prozent der Bevölkerung einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben. Damit ist Deutschland eindeutig Vitamin-D-Mangelland. Bisher schien diese Erkenntnis den wenigsten bewusst zu sein. Doch mittlerweile gehen immer mehr Ärzte dazu über den Mangel bei ihren Patienten mit Präparaten auszugleichen.
Vitamin-D-Kapseln
Im Gegensatz zu anderen Vitaminen hat Vitamin D einige Besonderheiten. Es ist das einzige Vitamin, dass der Körper selber bilden kann. Weiterhin benötigt der Körper Sonnenlicht, um es zu synthetisieren. Doch genau davon bekommen viele Menschen in unserem Breitengrad nicht genug ab.

Während im Sommer ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden ist, ist diese im Winter begrenzt. An manchen grauen Wintertagen lässt sie sich auch gar nicht blicken. Dazu kommt, dass die warme Kleidung im Winter den größten Teil der Haut bedeckt. Es bleiben lediglich Hände und Gesicht, um einige der Sonnenstrahlen aufzufangen. Dadurch, dass zusätzlich viele ihren Jobs im Büro nachgehen, bleibt zudem wenig Zeit, sich überhaupt im Hellen draußen aufzuhalten.

Doch selbst Menschen, die im Winter täglich zwei oder drei Stunden an der frischen Luft spazieren gehen, können einen Mangel aufweisen. Denn es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Sonnenlicht im Sommer und dem Sonnenlicht im Winter. Die Sonne ist der Erde im Winter zwar näher, doch der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist sehr flach. Dadurch unterscheidet sich die Zusammensetzung des UV-Anteils. Während im Sommer noch ausreichend UVB im Sonnenlicht vorhanden ist, ist dieser im Winter fast nicht mehr vorhanden. Doch genau das UVB ist es, was die Vitamin-D-Synthese anregt. Somit findet im Winter fast keine eigene Vitamin-D-Synthese des Körpers statt.

Vitamin-D-Mangel erkennen


Ungünstig ist, dass ein Mangel an Vitamin D nicht direkt als solcher erkennbar ist. Die Symptome sind sehr diffus und für manche nicht richtig greifbar. Ein Mangel geht mit einer Leistungsminderung, einer erhöhten Infektanfälligkeit und einer depressiven Verstimmung einher. Er kann daher anfangs auch mit einer Depression oder einem „Nicht-Fit-Fühlen“ verwechselt werden.


Wer sichergehen möchte, sollte daher seinen Blutwert bestimmen lassen. Die Menge an körpereigenem Vitamin D lässt sich dort anhand des 25OHD-Wertes bestimmen. 25OHD (Calcidiol) ist die Vorstufe, die später in das aktive Vitamin D (Calcitriol) umgewandelt wird. Eine Konzentration unter 25 nmol/L gilt als schwerer Mangel. Auch Werte bis zu 75 nmol/L werden als Mangelerscheinung gesehen. Ab einer Konzentration von 75 nmol/L gilt die Versorgung als ausreichend. Bei Naturvölkern sind sogar Werte von bis zu 110 nmol/L gängig.

Die Folgen eines Mangels


Auch wenn ein Mangel nicht immer als solcher erkannt wird, gibt es einige Erkrankungen die dadurch ausgelöst oder verschlimmert werden. Eine der bekanntesten ist Rachitis. Diese ungewollte Verformung des Skeletts wird oft bei kleinen Kindern befürchtet. Sie basiert auf einer durch zu wenig Vitamin D verursachten Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels. Daher wird schon seit langer Zeit empfohlen, Säuglingen jeden Tag 400-500 I.E. Vitamin D zuzuführen.

Aber auch Erkrankungen wie Muskelschwäche, Schuppenfläche, Grippale Infekte, Diabetes, Asthma lassen sich durch eine ausreichende Menge an Vitamin D vorbeugen oder verbessern. Das Vitamin spielt in fast allen Stoffwechselwegen eine bedeutende Rolle. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Krebserkrankungen zeigen einen schwerwiegenderen Verlauf, wenn ein deutlicher Vitamin-D Mangel besteht.
Bekannt ist ebenso der Einfluss von Vitamin D auf Erkrankungen des Knochenapparats. Gerade bei Frauen nach den Wechseljahren nimmt die Knochendichte häufig ab. Vitamin-D in Kombination mit Calcium kann dem erfolgreich entgegenwirken.

Lebensmittelliste

Vitamin D und Ernährung


Vitamin D wird zwar überwiegend durch die Sonneneinstrahlung synthetisiert, kann aber auch zum Teil durch die Nahrung aufgenommen werden. Allerdings sind nennenswerte Mengen sind nur in einigen tierischen Produkten und Pilzen enthalten. Die höchste Menge an Vitamin D ist in Lebertran enthalten. Hier sind es 300 µg pro 100 g. Fische enthalten je nach Art zwischen 4 µg und 30 µg pro 100g. Pilze wie Champignons liegen nur noch bei 1,9 µg. Für reine Vegetarier ist es also sehr schwer ihren Bedarf über die Nahrung abzudecken.

Und auch die Essgewohnheiten der meisten Deutschen lässt viel zu selten Fisch auf den Tisch gelangen. Nicht zuletzt aufgrund des weit verbreiteten Mangels hierzulande, ist es auch erlaubt erzeugte Lebensmittel mit Vitamin D zu versetzen. Dazu gehört unter anderem auch Margarine, die einen Zusatz von bis zu 7,5 µg pro 100g an Vitamin D aufweisen darf.

Tatsächlicher Bedarf an Vitamin D


Über die tatsächlich benötigte Menge an Vitamin D, bei fehlender Eigensynthese, gibt es allerdings immer noch Diskussionsbedarf. Seit Jahren korrigiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den empfohlenen Vitamin-D-Bedarf nach oben. Aktuell liegt die offizielle Empfehlung bei 1000 I.E. beziehungsweise 25µg/Tag. Doch einige Experten gehen davon aus, dass diese Dosierung immer noch zu gering ist. Wird die empfohlene Menge für Säuglinge von 400 I.E. hochgerechnet auf das Körpergewicht eines Erwachsenen (etwa 70 kg), müsste hier eine Empfehlung von 7.000 I.E. bestehen. Damit würde der Wert auch näher an die Menge von 10.000 bis 20.000 I.E. heranrücken, die an Sommertagen durch das Licht gebildet wird.

Somit besteht im Winter ein deutlicher Mehrbedarf an Vitamin D, der über die Nahrung ausgeglichen werden muss. Da es allerdings schwierig ist, den Bedarf rein über die Ernährung abzudecken, sollte in der Winterzeit über eine zusätzliche Versorgung nachgedacht werden. Darüber hinaus gibt es zusätzlich Risikogruppen, die auch während der sonnenreichen Zeit einen Mangel erleiden können. Eine über die bloße Nahrung hinausgehende Versorgung dieser Risikogruppen wird auch von der Verbraucherzentrale angeraten. Dazu zählen vor allem:
  • Ältere Senioren
  • Säuglinge
  • Menschen mit dunkler Hautfarbe
  • Personen, die vermeiden ihre Haut dem Sonnenlicht auszusetzen

Fazit


Während der dunklen Jahreszeit ist eine Unterversorgung mit Vitamin D weit verbreitet. Dies führt zu einer höheren Infektanfälligkeit, einer verminderten Leistungsfähigkeit und kann sich auch sonst nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Zudem gibt es Risikogruppen, die aufgrund einer schlechteren Vitamin-D-Synthese über die Haut auch in Sommermonaten über einen Mangel verfügen können. Daher muss der Mangel in diesen Fällen durch eine gezielte Ernährung oder eine darüberhinausgehende Versorgung mit Vitamin-D-Präparaten sichergestellt werden.
( , 16.02.2017 - )
 
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