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Montag, 29.05.2017
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Rettet Schnee Grönlands Eisdecken?

Rekordverdächtiger Schneefall gleicht Eisverlust teilweise aus

Schmelzen oder standhalten – diese Frage stellt sich angesichts der zunehmenden globalen Erwärmung für viele Eisregionen der Erde. Besonders betroffen ist auch Grönland, dessen Eisdecke langsam aber sicher dünner wird. Doch jetzt haben britische Wissenschaftler herausgefunden, dass Schnee möglicherweise dem schrumpfenden Eis zu Hilfe kommen könnte.
Grönland

Grönland

Edward Hanna, Geowissenschaftler der Universität Sheffield, und Wissenschaftler der NASA entdeckten, dass der Schneefall in einigen Gebieten Grönlands deutlich zugenommen hat. IN Südost-Grönland waren die Niederschläge im letzten Jahr sogar drei Mal so hoch wie üblich. Nach Ansicht der Forscher könnte der Schnee die Eisdecke stabilisieren, da er das schmelzende Eis stellenweise ersetzt.

“Für unsere Studie nutzten wir Lasermessungen von Flugzeugen aus, um die Dicke des Eises in Grönland zu messen. Wir stellten fest, dass das Eis mit einer extrem hohen Rate an den Rändern ausdünnt; der Beitrag Grönlands zum globalen Anstieg der Meeresspiegel hat sich seit Mitte der 1990er Jahre dadurch fast verdoppelt“, erklärt Hanna.

“Im Gegensatz dazu hat sich das Eis in Südost-Grönland zwischen 2002 und 2003 sogar um einen Meter verdickt und damit den bisherigen Verlust von rund zehn bis 40 Zentimetern pro Jahr umgekehrt. Diese plötzliche Zunahme wurde durch die ungewöhnlich starken Schneefälle in diesen Jahren verursacht“, fährt Hanna fort. „Normalerweise fällt hier rund ein Meter Schnee pro Jahr, doch in dieser Zeitperiode waren es mehr als drei Meter – und damit die höchste Schneefallrate in 45 Jahren meteorologischer Aufzeichnungen.“


Noch immer ist für Grönland, aber auch für andere Eisregionen der Erde unklar, in welchem Ausmaß der Klimawandel die Eisbedeckung beeinflussen wird. So könnten steigende Temperaturen zwar eine Eisschmelze auslösen, die gleichzeitig mit den klimatischen Veränderungen einhergehenden Verschiebungen der Klimazonen könnten aber auch die typischen Bahnen von Sturmtiefs weiter nach Norden verschieben und diese damit direkt über Grönland ziehen lassen. Die Folge wäre mehr Schnee und damit vielleicht auch ein teilweiser Ausgleich für den Verlust von Gletschereis durch die Schmelze.
(University of Sheffield, 21.12.2004 - NPO)
 
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