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Dienstag, 25.07.2017
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Es ist zweieinhalb Minuten vor zwölf

Zeiger der Weltuntergangs-Uhr wurde 30 Sekunden vorgestellt

Akute Gefahr: Gestern wurde Weltuntergangs-Uhr offiziell um 30 Sekunden vorgestellt – auf zweieinhalb Minuten vor zwölf. Nur zu Beginn der Atombombentests im Jahr 1953 zeigte die Uhr eine ähnlich große Gefahr für die Welt an. Einer der Gründe für die Uhr-Anpassung: die Äußerungen und Absichten des US-Präsidenten Donald Trump.
Es ist nur noch 2:30 Minuten vor zwölf: Die Weltuntergangs-Uhr wurde gestern vorgestellt.

Es ist nur noch 2:30 Minuten vor zwölf: Die Weltuntergangs-Uhr wurde gestern vorgestellt.

Sie soll die Bedrohung der Welt durch menschengemachte Technologien anzeigen: die Weltuntergangs-Uhr. Wissenschaftler des Bulletin of the Atomic Scientists (BAS) entwickelten diese Metapher für die Bedrohungslage der Welt im Jahr 1947 – zwei Jahre nach der Explosion der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki und im beginnenden Kalten Krieg der Großmächte.

22 Mal wurden die Zeiger schon verstellt


"Die Weltuntergangs-Uhr soll die Öffentlichkeit davor warnen, wie nahe dran wir sind, unsere Welt mit gefährlichen menschengemachten Technologien zu zerstören", erklärt John Mecklin von BAS. Anfangs war es vor allem die Gefahr durch die atomare Aufrüstung, die zur Bewertung der Lage herangezogen wurde. Seit einigen Jahren jedoch bezieht das Uhrengremium auch die potenziellen Bedrohungen durch Klimawandel, Biotechnologien und Umweltzerstörung sowie Cyberkriminalität mit ein.

Bei ihrer Gründung vor 70 Jahren wurden die Zeiger der Uhr auf sieben Minuten vor zwölf gestellt, seither wurde der Zeiger 22 Mal verschoben. Am nächsten kam der Zeiger der Zwölf im Jahr 1953, als die USA und die Sowjetunion mit wenigen Monaten Abstand ihre ersten Wasserstoffbomben testeten. Damals war es zwei Minuten vor zwölf. In den letzten zwei Jahren stand der Uhrenzeiger auf drei Minuten vor zwölf – so nah wie seit den 1980er Jahren nicht mehr.


Atomtests, Klimawandel – und Trump


Jetzt steht die Weltuntergangs-Uhr so nah an diesem Rekord aus dem Kalten Krieg wie noch nie seither. Die "Uhrenhüter" begründen dies so: "Im Laufe des Jahres 2016 hat sich die globale Sicherheitslandschaft verdunkelt, die Weltgemeinschaft hat es versäumt, die dringendsten existenziellen Bedrohungen anzugehen, die Atomwaffen und den Klimawandel." Auch der Aufstieg nationalistischer Bewegungen in vielen Ländern sei ein Grund zur Sorge.

Klare Ansagen: Donald Trump bei seiner Rede zur Amtseinführung als 45. US-Präsident am 20. Januar 2017

Klare Ansagen: Donald Trump bei seiner Rede zur Amtseinführung als 45. US-Präsident am 20. Januar 2017

Doch es gibt noch einen Grund für das Vorrücken des Zeigers: Donald Trump. "Bisher haben Aussagen einzelner Personen die Entscheidung des Gremiums zum Verstellen der Zeiger nie beeinflusst", sagt Mecklin. "Aber die Ereignisse rund um den US-Wahlkampf, darunter auch die offenbar russischen Cyberangriffe und die Täuschungskampagnen, haben die Welt gefährlicher gemacht als noch vor einem Jahr."

"Er hat es noch schlimmer gemacht"


Zum ersten Mal bewegte das Gremium diesmal die Uhrenzeiger nicht in vollen Minuten, sondern nur um 30 Sekunden. Die Begründung dafür: Donald Trump ist erst seit wenigen Tagen im Amt, daher sei es noch zu früh, das volle Ausmaß der damit verbundenen Konsequenzen abzuschätzen. Aber die im letzten Jahr von Trump gemachten Aussagen und Handlungen hätten schon jetzt auf beunruhigende Weise mit historischen Vorbildern gebrochen.

"Obwohl er gerade erst sein Amt angetreten hat, haben seine unkontrollierten Äußerungen, die fehlende Offenheit gegenüber Expertenratschlägen und die fragwürdigen Kabinetts-Ernennungen eine ohnehin schon schlechte Sicherheitslage der Welt noch schlimmer gemacht", sagt Mecklin. Er und seine Kollegen warnen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine globale Katastrophe sehr hoch sei – es müsse dringend etwas getan werden, um die Risiken wieder zu senken.

"Vernünftige Volksvertreter sollten handeln und die Menschheit vom Abgrund wegführen. Und wenn sie es nicht tun, dann müssen vernünftige Bürger vortreten und diesen Weg ebnen", so Mecklin. (Bulletin of the Atomic Scientists, 2017)
(Bulletin of the Atomic Scientists, 27.01.2017 - NPO)
 
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