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Montag, 27.02.2017
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Musizieren macht schneller

Langjähriges Spielen eines Instruments verringert die Reaktionszeiten

Schnellere Reaktion: Wer schon viele Jahre ein Instrument spielt, der reagiert auch im Alltag schneller. Ein Experiment belegt, dass musikerprobte Teilnehmer deutlich geringere Reaktionszeiten auf Lärm oder taktile Reize zeigen. Weil diese Reaktionsschnelligkeit vor allem im Alter stark nachlässt, könnte das Musizieren hier wertvollen Ausgleich schaffen, so die Vermutung der Forscher.
Wenn wir ein Instrument spielen, schulen wir auch unsere Reaktionszeit auf nichtmusikalische Reize.

Wenn wir ein Instrument spielen, schulen wir auch unsere Reaktionszeit auf nichtmusikalische Reize.

Wer jahrelang intensiv ein Musikinstrument spielt, der prägt und verändert auch sein Gehirn. Das Üben fördert die Entwicklung neuer Nervenverbindungen im Gehirn, es stärkt die Selbstdisziplin und Konzentrationsfähigkeit. Im Alter hilft das musikalische Training der Kindheit, Sprache besser zu verstehen und zu verarbeiten.

Reaktionszeiten im Test


Jetzt haben Simon Landry von der University of Montreal und seine Kollegen eine weitere positive Wirkung des Musizierens entdeckt: Es erhöht die Reaktionszeiten auf äußere Reize, wie ein Vergleich von 19 Nichtmusikern und 16 Menschen, die mindestens seit sieben Jahren ein Instrument spielten ergab.

Für die Studie sollten die Teilnehmer mit der Computermaus klicken, sobald sie über Kopfhörer einen Lärmpuls hörten oder ihr auf einer Vibrationsbox liegender Zeigefinger eine Vibration spürte. In einigen Fällen lösten die Forscher auch den akustischen und taktilen Reiz gleichzeitig aus. Ziel war es, die Reaktionszeit der Probanden zu ermitteln.


Klare Unterschiede


Das Ergebnis: "Wir haben bei den musikalisch geübten Teilnehmern signifikant kürzere Reaktionszeiten gemessen", berichtet Landry. Dies galt sowohl für die rein akustischen Reize, als auch für rein taktile oder kombinierte Signale. So reagierten die Musiker auf die Vibration nach durchschnittlich rund 208 Millisekunden, die Nichtmusiker erst nach 276 Millisekunden. Beim Geräusch lagen ebenfalls gut 60 Millisekunden zwischen beiden Gruppen.

Nach Ansicht der Forscher spricht dies dafür, dass das musikalische Training nicht nur die Fähigkeiten fördert, die unmittelbar am Musizieren beteiligt sind. "Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass ein langjähriges musikalisches Training auch die Reaktionszeiten bei 'unmusikalischen' Reizen verringert", so Landry.

Vorbeugung gegen Altersrisiken


Nach Ansicht der Forscher ist dies vor allem für ältere Menschen von Bedeutung. Denn gerade bei ihnen lassen die Reaktionszeiten stark nach. Das führt dazu, dass sie beispielsweise auf ein Stolpern weniger schnell reagieren und daher leichter fallen. "Wenn wir nun wissen, dass das Spielen eines Instruments die Reaktionszeiten auch allgemein verbessert, dann wäre das Musizieren eine gute Vorbeugung gegen diese Alterserscheinungen", sagt Landry. (Brain and Cognition, 2017; doi: 10.1016/j.bandc.2016.12.001)
(University of Montreal, 11.01.2017 - NPO)
 
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