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Montag, 21.08.2017
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Tipps für ein sicheres Feuerwerk

Experten warnen vor Gefahr durch laute Böller und illegale Raketen

Alle Jahre wieder: Der Jahreswechsel soll knallen und Funken sprühen. Mit dem farbenfrohen und lauten Feuerwerk steigt zu Silvester jedoch auch das Verletzungsrisiko. Es drohen Lärmschäden, Handverletzungen und Verbrennungen. Eine besondere Gefahr geht dabei von nicht in Deutschland zugelassenen Böllern und Raketen aus. Experten raten ausdrücklich dazu, nur sichere Produkte zu kaufen.
So schön das Silvester-Feuerwerk auch ist - es kann gefährlich werden.

So schön das Silvester-Feuerwerk auch ist - es kann gefährlich werden.

Mehr als 100 Millionen Euro lassen sich die Deutschen jedes Jahr das Silvesterfeuerwerk kosten. Um das Neue Jahr zu begrüßen, werden Raketen, Knaller oder Verbundfeuerwerk mit Schwarzpulver und Glimmereffekten gezündet. Doch bei der hübsch anzusehenden Knallerei kommt es alle Jahre wieder auch zu gefährlichen Zwischenfällen. Grund dafür sind häufig Lärmschäden, Verletzungen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern und nicht zugelassene Böller und Raketen.

Unterschätztes Risiko für die Ohren


Brenzlig für unser Gehör wird es oft schon in vermeintlich harmlosen Situationen: Bereits das vergleichsweise leise Zischen einer Rakete hat 120 Dezibel - von einem Risiko für die Ohren sprechen Experten ab einer Lautstärke von 85 Dezibel. Noch gefährlicher ist der Knall, Kanonenschläge und Chinaböller führen dabei die Lärmliste an. Mit 150 Dezibel ist das Geräusch eines Donnerknallers sogar lauter als ein Presslufthammer.

Wer solchen Lärmquellen zu nahe kommt, riskiert ein Knall- oder Explosionstrauma. Langanhaltende Hörschäden wie Tinnitus oder ein Hörsturz können mitunter die Folge sein. "Man darf das vom Lärm ausgehende Risiko für unsere Ohren nicht unterschätzen", betont deshalb Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker. "Insbesondere Kinder können die akustischen Folgen der Knallerei noch nicht einordnen und begeben sich und ihr Gehör somit leicht in Gefahr."


Extremfall abgerissene Finger


Um die Silvesternacht entspannt genießen zu können, rät die Expertin dazu, einen Gehörschutz zu tragen - und vor allem genug Abstand zu der Knallerei zu halten. Das kann auch vor weiteren Verletzungen schützen. So müssen Chirurgen zu Sylvester immer wieder Sonderschichten einlegen, weil umherfliegende Raketen Menschen im Gesicht oder an anderen Körperteilen getroffen haben.

Besonders gefährdet sind jedoch nicht die Zuschauer. Das größte Risiko besteht für diejenigen, die die Böller anzünden und dabei unsachgemäß handeln. Häufig verletzen Böller dabei die Hände. Im Extremfall können sie sogar Finger abreißen und eine ganze Hand für den Rest des Lebens unbrauchbar machen.

Ein Silvester-Böller im Sicherheitstest.

Ein Silvester-Böller im Sicherheitstest.

Nur sicher mit Registriernummer


Damit es nicht dazu kommt, warnt die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) ausdrücklich vor Feuerwerk ohne die nötige Zulassung. Dazu gehören selbstgebastelte Feuerwerkskörper ebenso wie illegale Raketen und Böller aus dem Ausland. "Aufgrund der unklaren Mischung von explosionsgefährlichen Substanzen in nicht zugelassenen Knallkörpern ist es nicht vorhersehbar, wie diese reagieren", sagt Prüfleiterin Heidrun Fink. "Oft sind schwere Verletzungen oder auch die Abtrennung von Gliedmaßen die Folge."

Sichere, in der Europäischen Union zugelassene Feuerwerkskörper erkennt man an der Registriernummer und dem CE-Zeichen, zusammen mit der europaweit gültigen Kennnummer der Prüfstelle. Verbraucher sollten zudem unbedingt darauf achten, dass dem Produkt eine deutsche Gebrauchsanleitung beiliegt.

Raketen mit Altersbeschränkung


Aber Achtung: Auch von der EU zertifiziertes Feuerwerk muss in Deutschland nicht unbedingt für jeden zugelassen sein. So dürfen Feuerwerksprodukte der Kategorie F2 hierzulande laut Gesetz nur von Personen über 18 Jahren gekauft und verwendet werden - dazu gehören auch Sylvesterraketen, Feuerwerksbatterien, Knaller und Fontänen. Außerdem dürfen für den deutschen Markt bestimmte Knallkörper maximal sechs Gramm Schwarzpulver enthalten. Heftiger reagierende Mischungen sind für den üblichen Normverbraucher nicht erlaubt.

Selbst einen Überblick über die geltenden Vorschriften zu behalten, ist für Laien nahezu unmöglich: "Die derzeitige Rechtslage zum Einkauf und Gebrauch von Feuerwerkskörpern ist für Laien nicht immer einfach zu überblicken, da sowohl EU-Recht als auch nationales Recht gelten", sagt Christian Lohrer, Pyrotechnikexperte bei der BAM. "Um das eigene Silvesterfeuerwerk sicher in Deutschland zu verwenden und zu genießen, sollten Verbraucher daher nur geprüfte Feuerwerkskörper in Deutschland kaufen."
(Bundesinnung der Hörgeräteakustiker/ Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, 30.12.2016 - DAL)
 
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