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Mittwoch, 18.01.2017
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Bakterien: „Faul“, aber gerissen

Erstmals molekulare Transporter von Chlamydien identifiziert

Ein internationales Forscherteam, hat herausgefunden, wie sich intrazelluläre Bakterien von ihren Wirtszellen versorgen lassen. Die untersuchten Mikroorganismen gehören zur Gruppe der krankmachenden Chlamydien und sind für 60 Millionen Infektionen im Jahr verantwortlich.
Chlamydien im Mausgehirn

Chlamydien im Mausgehirn

Chlamydien bewohnen zeitlebens ihre Wirtszellen – beispielsweise einfache Amöben oder menschliche Zellen - und können sich darauf verlassen, dass die Wirte sie fast allen kompliziert und aufwändig herzustellenden Nahrungsmolekülen beliefern. Eine Folge davon ist, dass die Bakterien die kleinsten bekannten Genome besitzen und somit viele, eigentlich essentielle Biosynthesen nicht mehr aufrechterhalten. Mit anderen Worten: diese Bakterien sind aus physiologischer Sicht "faul" geworden.

Dies konnten sich die Bakterien, so die Forscher, jedoch nur erlauben, weil sie gleichzeitig "gerissen" wurden und eine Reihe von hochspeziellen molekularen Transportern entwickelt haben. Erstmals ist es nun Wissenschaftlern aus Kaiserslautern und Wien gelungen einen solchen Transporter zu identifizieren. Es handelt sich dabei um den universellen Enzym-Kofaktor NAD+ (Nikotinamid-Adenindinukleotid). In einem perfekten Zusammenspiel mit ähnlichen Transportern können die Bakterien zudem Energiesubstrat in Form von ATP, sowie die Grundbausteine der Erbsubstanz DNA importieren.

Diese Transportproteine sichern den Bakterien dauerhafte Versorgung vom reichen Nährstofftisch der Wirtszelle, wie das Forscher kürzlich im Wissenschaftsmagazin Nature berichtete.


Da diese molekularen Transporter lediglich im bakteriellen Parasiten, aber nicht in den Wirtszellen vorkommen, vermuten die Forscher, dass sie vielversprechende Zielstrukturen für neuartige Antibiotika darstellen, deren Weiterentwicklung eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist.
(idw – Universität Kaiserslautern, 17.12.2004 - DLO)
 
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