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Dienstag, 30.05.2017
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3.800 Jahre alte "Denker"-Figur entdeckt

Einzigartige Skulptur schmückt Bronzezeit-Gefäß aus dem frühen Israel

Faszinierender Fund: In Israel haben Archäologen ein Tongefäß mit einer einzigartigen Skulptur entdeckt. Die 3.800 Jahre alte Tonfigur stellt einen sitzenden Menschen in Denkerpose dar – das Kinn auf eine Hand gestützt. Gefäß und Figur wurden in der Bronzezeit hergestellt und dienten wahrscheinlich als Grabbeigabe. Warum die Menschen damals jedoch einem ihrer Toten ein so ungewöhnliches Objekt mit ins Jenseits gaben, ist bisher rätselhaft.
Die 3.800 Jahre alte Tonfigur in Denkerpose bei ihrer Ausgrabung

Die 3.800 Jahre alte Tonfigur in Denkerpose bei ihrer Ausgrabung

Vor rund 4.000 Jahren war die Levante – der Küstenstreifen von Israel bis nach Syrien – ein begehrtes Gebiet. Denn hier verliefen wichtige Handelsrouten von Ägypten nach Mesopotamien. Trotz der kargen Landschaft entstanden in dieser Region mehrere Kleinkönigreiche und Stadtstaaten. Zeitweilig waren Teile der Levante von Ägypten besetzt, wovon bis heute Funde von altägyptischen Amuletten und einer Sphinx-Statue zeugen.

Tonfigur in klassischer Denkerpose


Jetzt jedoch sind Archäologen nahe der israelischen Stadt Yehud auf einen extrem ungewöhnlichen Fund gestoßen. Bei Ausgrabungen im Vorfeld eines Bauprojekts entdeckten die Forscher die Fragmente eines rund 18 Zentimeter hohen, bauchigen Tongefäßes. Auf dem "Hals" dieses 3.800 Jahre alten Gefäßes thronte die Tonskulptur einer menschlichen Figur. Sie wurde wahrscheinlich nachträglich auf den Krug aufmodelliert.

"Der Hals des Kruges bildet die Basis für den oberen Teil der Figur, Arme, Beine und das Gesicht wurden dann noch nachträglich ergänzt", erklärt Grabungsleiter Gilad Itach von der israelischen Antikenbehörde. "Man kann erkennen, dass der Kopf der Figur auf eine Hand gestützt ist, als wenn dieser Mensch gerade nachdenkt."

Kinn in die Hand gestützt: Die Denkerpose ist hier klar zu erkennen.

Kinn in die Hand gestützt: Die Denkerpose ist hier klar zu erkennen.

Einzigartig – und rätselhaft


Damit handelt es sich im eine echte Rarität: "So etwas hat man noch nie zuvor gefunden", sagt Itach. "Das Ausmaß der Präzision und der Ausarbeitung der Details bei der Erschaffung dieser fast 4.000 Jahre alten Skulptur sind beeindruckend." Neben dieser ungewöhnlichen Figur wurden bei den Ausgrabungen weitere Tongefäße, aber auch Dolche, Pfeilspitzen, eine Axt und die Knochen von Schafen und Eseln gefunden.

Die Archäologen vermuten, dass diese Objekte einst als Grabbeigaben dienten. "Diese Gegenstände wurden wahrscheinlich zu Ehren eines bedeutenden Mitglieds der urzeitlichen Gemeinschaft begraben", erklärt Itach. "Damals glaubte man, dass Objekte, die zusammen mit den Toten begraben wurde, diese mit ins Jenseits begleiten würden."

Warum allerdings einer der Toten ein so einzigartiges Objekt wie den "Denkerkrug" mit auf seine letzte Reise bekam und was er bedeutete, ist bisher unklar. "Eine Sammlung von Grabbeigaben, die auch ein solches Tongefäß einschließt, wurde noch nie in Israel gefunden", sagt der Archäologe.
(Israel Antiquities Authority, 25.11.2016 - NPO)
 
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