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Sonntag, 23.07.2017
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Weniger Kalorien – weniger Alzheimer?

Diät reduziert Auftreten von zerstörerischen Plaques im Mäusehirn

Eine strikte Diät kann bei Mäusen die Entstehung der Eiweißverbindungen vermindern, die bei der Alzheimer-Erkrankung den Gedächtnisschwund hervorrufen. Das hat jetzt eine neue Studie kalifornischer Wissenschaftler gezeigt. Ob allerdings das Prinzip „Weniger Fett, weniger Alzheimer“ auch die den Menschen gilt, steht noch nicht fest.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Forscher um Caleb Finch von der Universität von Südkalifornien haben Mäuse untersucht, die durch die Implantation menschlicher Gene eine Form der früh auftretenden erblichen Alzheimerkrankheit zeigten. Eine Hälfte dieser Mäuse erhielt im jungen Erwachsenenalter vier Wochen lang so viele Nahrung, wie sie wollten, die andere Hälfte bekam im gleichen Zeitraum eine um rund 40 Prozent reduzierte Diät.

Anschließend untersuchten die Forscher die Gehirne der Tiere nach Anzeichen für eine Ansammlung der Verbindung Beta-Amyloid, einer Vorstufe der gefürchteten Plaques. Aus Proteinen und Polysachariden bestehend werden diese Amyloid-Plaques im Gehirn im Laufe der Alzheimerkrankheit produziert und abgelagert. Sie häufen sich besonders im Hippocampus und im vorderen Bereich der Großhirnrinde – den für das Gedächtnis entscheidenden Hirnregionen.

Und das Experiment zeigte Erstaunliches: Bei den auf Diät gesetzten Mäusen war sowohl die Anzahl als auch die Größe der Plaques im Vergleich zu den viel fressenden Tieren um rund 50 Prozent reduziert. „Das Gewicht erhält diese Studie dadurch, dass zwei unterschiedliche Sätze von menschlichen Mutationen gleichermaßen sensibel für die Auswirkungen der Diät waren und sich bei beiden die Alzheimer-typischen Veränderungen verlangsamten“, erklärt Finch.


Als nächstes Ziel wollen die Forscher herausfinden, warum die verminderte Kalorienzufuhr einen so starken und schnellen Effekt hat. „Wir werden uns die Details der Stoffwechsels anschauen und diejenigen zu isolieren versuchen, die bei der Diät zu Tragen kommen”, so der Forscher. „Ist es der Blutzuckerspiegel? Oder das niedrigere Insulin? Dieses sind zwei der Ziele.”

Ob allerdings die jetzigen Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragbar sind, ist noch nicht klar. “Das ist der erste Hinweis darauf, dass schon geringe Änderungen der normalen Diät einige Aspekte der Alzheimer-Krankheit verlangsamen kann“, betont Finch. „Aber das ist weit, weit weg davon, für den Menschen bewiesen worden zu sein. Es ist ein großer Sprung zu behaupten, dass, was für die Maus im Käfig gilt, auch für den Menschen in unserer komplexen Welt relevant ist.“
(University of Southern California, 16.12.2004 - NPO)
 
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