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Donnerstag, 30.03.2017
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Bei Wechseljahres-Beschwerden mischen die Gene mit

Bestimmte Genvarianten erhöhen das Risiko für Hitzewallungen

Schweißtreibende Veranlagung: Ob Frauen in der Menopause unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen leiden, bestimmen offenbar auch die Gene. Das legt eine Studie von US-Forschern nahe. Demnach scheinen bestimmte Genvarianten das Risiko für solche Beschwerden zu erhöhen. Diese stehen in Zusammenhang mit einem Rezeptor, der die Ausschüttung weiblicher Geschlechtshormone reguliert.
Rund 70 Prozent aller Frauen leiden während der Menopause unter Hitzewallungen.

Rund 70 Prozent aller Frauen leiden während der Menopause unter Hitzewallungen.

Viele Frauen kämpfen in den Wechseljahren mit gesundheitlichen Problemen. Die hormonelle Umstellung löst bei ihnen nicht nur Beschwerden wie Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen aus – sondern oft auch unangenehme Hitzewallungen samt Schweißausbrüchen. Immerhin rund 70 Prozent aller Frauen leiden während der Menopause an diesen schweißtreibenden Symptomen, wie Wissenschaftler um Carolyn Crandall von der University of California in Los Angeles erklären.

Warum aber führen die Hormonschwankungen nicht bei allen Frauen zu solchen Problemen? Reine Glückssache ist das wohl nicht. So legen Studien nahe, dass das Körpergewicht und andere Faktoren das Risiko für das Auftreten von Hitzewallungen beeinflussen können. Crandall und ihre Kollegen haben sich nun gefragt, ob es darüber hinaus möglicherweise eine genetische Veranlagung für die Beschwerden gibt.

Spurensuche im Genom


Für ihre Studie werteten die Forscher Daten von 17.695 US-amerikanischen Frauen zwischen 50 und 79 Jahren aus, die an der Women’s Health Initiative teilgenommen hatten. Die Damen hatten dafür nach dem Ende ihrer Menopause über ihre während dieser Zeit erlebten Symptome berichtet und außerdem Proben ihrer DNA zur Verfügung gestellt. In diesen Proben suchten die Wissenschaftler nach genetischen Variationen, die die unterschiedlichen Beschwerden der Frauen erklären könnten.


Bei ihrer Analyse von mehr als elf Millionen Genvarianten, sogenannten Einzelnukleotid-Polymorphismen, wurden sie tatsächlich fündig: Vierzehn genetische Varianten schienen mit dem Auftreten von Hitzewallungen in Verbindung zu stehen – und zwar bei Frauen unterschiedlichster Ethnizität. So fanden die Forscher die auffälligen Varianten bei europäisch-stämmigen Amerikanern ebenso wie bei Afroamerikanern und Hispanics.

Chromosom vier im Fokus


Interessant dabei: Sämtliche dieser Varianten liegen in einer bestimmten Region auf Chromosom vier – einer Region, die für den Tachykinin-Rezeptor 3 codiert. Dieser Rezeptor befindet sich im Gehirn und interagiert dort mit Nervenfasern, die die Ausschüttung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen regulieren.

Mutationen in dem Tachykinin-Rezeptor 3-Gen können bei Frauen unter anderem zu Unfruchtbarkeit führen. Erstmals zeige sich nun, dass Variationen in diesem Gen auch mit Hitzewallungen in den Wechseljahren assoziiert werden können, schreibt das Team. "Unsere Ergebnisse sind statistisch hoch signifikant", sagt Crandall.

Neue Therapieansätze gegen die Hitze?


Trotzdem müssten weitere Studien den beobachteten Zusammenhang erst noch bestätigen, so die Wissenschaftler. Dabei ließe sich auch klären, ob es noch weitere Genvarianten gibt, die das Auftreten von Hitzewallungen beeinflussen – und wie der Mechanismus dahinter konkret funktioniert. "Wenn wir das besser verstehen, können wir womöglich neue Behandlungsansätze entwickeln, die die Beschwerden der Frauen mildern", schließt Crandall. (Menopause, 2016)
(University of California - Los Angeles Health Sciences, 20.10.2016 - DAL)
 
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