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Freitag, 15.12.2017
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Wie gefährlich ist der Klimawandel?

Konkrete Folgen für einzelne Regionen vorgestellt

Dass der Klimawandel negative Auswirkungen haben wird, ist klar. Aber wie sehen diese konkret für einzelne Regionen, Ökosysteme und Kulturen der Erde aus? Antworten auf diese Frage versucht der gestern auf dem internationalen Klimagipfel vom Europäischen Klimaforum (ECF) und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte Bericht zu geben.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Der Bericht umreißt die Ergebnisse eines internationalen Symposiums zu Schlüsselregionen und ihrer Gefährdung, das im Oktober in Peking stattfand. Bill Hare, vom PIK Potsdam, der das Symposium organisiert hat, erklärt: „Der Bericht zeigt den potenziellen Verlust von Kulturen, das Aussterben von Arten und Ökosystemen, die Risiken für größere Wasser- und Nahrungsprobleme, die Verstärkung regionaler Streitigkeiten und die großräumigen Umsiedlungsbewegungen von Menschen, wenn die globale Erwärmung den vorindustriellen Wert um nur ein paar Grad übersteigt.“

Nach Angaben der Forscher könnte der Klimawandel insbesondere für Südasien verheerende Folgen haben und dort soziale Unruhen und Umweltflüchtlinge nach sich ziehen. Eine Erwärmung von rund 2,5 °C und die damit steigenden Trockenheit wurde als potenziell gefährlich für die Nahrungsmittelversorgung in Indien angesehen, in Bangladesh würde der gleiche Anstieg für ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko und damit ebenfalls Nahrungsknappheit sorgen.

In China könnte ein Anstieg von 2,5 bis 3 °C die Reisernte um zehn bis 20 Prozent reduzieren, auch in Südafrika wären Missernten vorprogrammiert. In Regionen, in denen Fisch die Hauptquelle für Proteine darstellt, wie in Malawi, könnte eine solche Erwärmung fast 50 Prozent der Bevölkerung ihrer Proteinquelle berauben.


Gefährliche Störung des Klimasystems


Im arktischen Gebiet wird der Verlust von Meereis, besonders im Sommer, Polarbären, Walrösser, viele Meeresvögel und einige Arten von Seehunden der Ausrottung nahe bringen. Ebenfalls gefährdet sind dadurch die traditionellen Jägerkulturen der Inuit. Ebenfalls gefährdet sind die australischen Alpen, das Great Barrier Riff und die Regenwälder der Erde. Das Amazonasgebiet könnte einer Kombination von Waldbränden, Rodungen und einem irreversiblen Umkippen der Ökosysteme hin zu einem Savannenland zu Opfer fallen, Folgen wären ein dramatischer Artenschwund und der Verlust von Lebensraum für Mensch und Tier.

In Peru wird der Rückzug der Gletscher sowohl die Energieversorgung gefährden – fast 70 Prozent der Energie wird hier aus Wasserkraft gewonnen, als auch die Wasser- und Nahrungsmittelversorgung des Landes und insbesondere der Hauptstadt Lima. Auch in Kalifornien könnten 13 bis 30 Prozent der Wasservorräte verloren gehen.

Professor Carlo Jäger vom PIK erklärt: „Dieser Bericht zeigt, dass langfristige Temperaturerhöhungen von mehr als zwei Grad über den vorindustriellen Werten eine gefährliche Störung des Klimasystems darstellt. Das kann zu einem Meeresspiegelanstieg von mehreren Metern führen und eine ganze Reihe von großen Risiken für das menschliche Wohlergehen und die Integrität unserer Umwelt führen. Das sind genau die Gefahren, die wir nach Artikel 2 der Klimakonvention vermeiden müssen.“
(Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) European Climate Forum (ECF), 15.12.2004 - NPO)
 
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