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Dienstag, 28.03.2017
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Dem Groove auf der Spur

Forscher lancieren Internet-Hörexperiment zum Mitmachen

Mitmachen gefragt: Welche Musik bringt uns zum Tanzen? Welche Rolle spielt das Schlagzeug dabei? Um dem "Groove" der Musik und seiner Wirkung auf den Grund zu gehen, haben Schweizer Forscher jetzt ein Hörexperiment im Internet lanciert. Wer mitmacht, der bekommt verschiedene Beats zu hören und darf dazu seine Meinung kundtun. Das Ergebnis des Experiments soll nicht nur das Geheimnis des Groove lüften, es könnte auch für Therapien nützlich sein.
Hörexperiment zum Mitmachen: Welche Rolle spielen das Schlagzeug und der Beat für den Groove eines Songs?

Hörexperiment zum Mitmachen: Welche Rolle spielen das Schlagzeug und der Beat für den Groove eines Songs?

Kaum etwas hat so tiefgreifende Wirkung auf uns wie die Musik: Sie bringt uns zum Tanzen, beeinflusst unsere Stimmung, stärkt unser Gehirn und wirkt sogar auf unsere Gene. Kein Wunder, dass schon ungeborene Kinder im Mutterleib auf Musik reagieren. Selbst Schimpansen und Seelöwen zeigen eine Vorliebe für bestimmte Rhythmen.

Fragt man jedoch einen Menschen, was genau es ist, das ihn zum Mitwippen animiert, dann ist eine klare Antwort schwierig. "Die Musik muss grooven und ihr Rhythmus uns packen", sagt Olivier Senn von der Hochschule Luzern. Welche Merkmale eines Rhythmus es aber genau sind, die uns dabei mitreißen, bleibt bisher offen. Genau deshalb haben Senn und seine Kollegen nun ihr Internet-Hörexperiment lanciert.

Typische Beats berühmter Schlagzeuger


In diesem Experiment konzentrieren sich die Luzerner Wissenschaftler auf das Instrument, das den Rhythmus eines Liedes am meisten prägt – das Schlagzeug. Dafür stellten sie eine Art "Top 50"-Liste berühmter Drummer vor allem aus der Pop-, Funk- und Rockmusik zusammen, darunter Ringo Starr von den Beatles, Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers oder John Bonham von Led Zeppelin.


Von jedem dieser Schlagzeuger nahmen die Forscher markante Drum-Passagen aus jeweils fünf Songs heraus, analysierten sie und rekonstruierten auf dieser Basis detailgetreu 250 Schlagzeug-Beats und die jeweilige Spielweise der Schlagzeuger. "Dies ermöglicht uns, die Wirkung des Schlagzeugs unabhängig von den anderen Instrumenten zu untersuchen", sagt Senn.

Bewertung des Groove gefragt


Wer an diesem Hörexperiment im Internet teilnimmt, darf sich sozusagen als Musikkritiker versuchen. Jeder Teilnehmer bekommt einige der 250 Schlagzeug-Beats zu hören und kann diese bewerten: Gefällt der Rhythmus? Hat man Lust, danach zu tanzen? Will man diesen Beat auf einer Party hören? Und so weiter. Durch Auswertung der Antworten hoffen die Forscher, dem "Geheimnis des Groove" auf die Spur zu kommen.

Ziel sei es, eine möglichst große Menge an Datenmaterial zu erhalten und nach Korrelationen zwischen Schlagzeugmustern und Höreindrücken zu suchen, erklärt Senn. Gleichzeitig möchten er und seine Kollegen herausfinden, ob Profimusiker ein Schlagzeugmuster anders beurteilen als Laien oder ob es Unterschiede bezogen auf das Alter, das Geschlecht oder den musikalischen Geschmack gibt.

Die Ergebnisse sollen nicht nur der Musikpsychologie, sondern auch der Medizin zu Gute kommen: Der richtige Groove kann beispielsweise Parkinson-Patienten bei der Koordination ihrer Bewegungen unterstützen oder Bewegungsmuffel zu mehr Sport animieren. "Körperbewegung anzuregen und zu koordinieren ist neben der Steuerung von Gemütszuständen eine der wichtigsten Funktionen der Musik im Alltag", erklärt Senn. "Zu verstehen, wie die Mechanismen der musikalischen Bewegungsanregung funktionieren, ist daher eines der großen Themen der Musikpsychologie."

Direktlink zum Experiment.
(Hochschule Luzern, 13.10.2016 - NPO)
 
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