• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 17.12.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Rauchende Väter erhöhen Asthma-Risiko für Kinder

Das Rauchverhalten vor der Zeugung hat mehr Einfluss als bisher angenommen

Der Lebensstil der Väter beeinflusst das Asthmarisiko ihrer Kinder - und das schon vor der Zeugung, wie eine norwegische Studie enthüllt. Demnach leiden Kinder, deren Väter vor der Zeugung rauchten, später ein- bis dreimal häufiger an Asthma als Nichtraucherkinder. Erstaunlich daran: Selbst wenn die Väter fünf Jahre vor der Zeugung mit dem Rauchen aufgehört hatten, zeigte sich dieser Effekt noch.
Rauchende Väter erhöhen das Asthma-Risiko der Kinder und das schon vor der Zeugung.

Rauchende Väter erhöhen das Asthma-Risiko der Kinder und das schon vor der Zeugung.

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. Daher suchen Forscher immer wieder nach Faktoren, die die Erkrankung auslösen könnten. Gefunden haben sie schon einige: Zum Beispiel, dass eine ungesunde Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft das Asthma-Risiko erhöht und das Kinder, die auf Bauernhöfen leben, seltener unter Asthma leiden. Auch eine Antibiotikaeinnahme vor dem zweiten Lebensjahr kann die Gesundheit negativ beeinflussen.

24.000 Datensätze ausgewertet


Diese Studien haben allerdings alle gemeinsam, dass sie sich entweder mit dem Lebensstil und der Umwelt der Kinder oder der Mütter befassten. Eine neue Studie norwegischer Forscher bringt dagegen einen ganz anderen Faktor mit ins Spiel: das Rauchverhalten der Väter.

Cecilie Svanes vom Zentrum für internationale Gesundheit in Bergen und ihre Kollegen werteten für die Studie die Daten von 24.000 Kindern und ihren Eltern aus Skandinavien und Estland aus. Die Forscher interessierte dabei besonders das Rauchverhalten der Väter vor der Zeugung der Kinder und ein möglicher Zusammenhang mit frühkindlichem nicht-allergischem Asthma.


Rauchen schadet schon vor der Befruchtung


Die Ergebnisse sind verblüffend: „Kinder, deren Väter nur vor der Empfängnis geraucht hatten, litten mehr als dreimal so häufig an frühkindlichem Asthma als jene, deren Väter nie geraucht hatten“, so Svanes. Mütter, die vor der Empfängnis geraucht hatten, steigerten das Asthmarisiko ihrer Kinder dagegen nicht.

Das Verhalten der Väter beeinflusste das Risiko dagegen deutlich. Das Asthmarisiko stieg sowohl bei einer längeren Rauchkarriere der Väter, als auch bei einem früheren Startzeitpunkt. Die Risiken für das frühkindliche Asthma sind demnach am höchsten, wenn die Väter schon vor ihrem 15. Lebensjahr begonnen hatten zu rauchen - selbst dann, wenn sie mehr als fünf Jahre vor der Zeugung wieder aufgehört hatten.

Rauchen kann die Spermien schädigen und so dazu beitragen, das Asthma-Risiko der Kinder zu erhöhen.

Rauchen kann die Spermien schädigen und so dazu beitragen, das Asthma-Risiko der Kinder zu erhöhen.

Spermazellen beeinflussen Asthmarisiko


Den Grund für diese pränatale Beeinflussung durch das väterliche Rauchverhalten vermuten die Forscher in Schäden an den Spermien. "Rauchen ist dafür bekannt, genetische und epigenetische Schäden an Spermien zu verursachen, die auf die Nachkommen übertragen werden können“, so Svanes „Diese haben das Potenzial, Entwicklungsstörungen auszulösen".

Dass der Lebensstil und die Verfassung der Mutter über die pränatale Umgebung die Organstruktur, Zellreaktionen und Gene der Nachkommen beeinflussen, ist weitgehend bekannt. Der vorgeburtliche Einfluss der Väter scheint sich dagegen eher in der Regulation der Genfunktion beim Nachwuchs zu manifestieren:

„Es gibt immer mehr Hinweise aus Tierversuchen, die für eine sogenannte epigenetische Programmierung sprechen. Durch diesen Mechanismus können Umwelteinflüsse auf den Vater vor der Befruchtung auch Einfluss auf die Gesundheit der zukünftigen Generationen haben“, so Svanes. (International Journal of Epidemiology, 2016; doi: 10.1093/ije/dyw151)
(University of Bergen, 29.09.2016 - HDI)
 
Printer IconShare Icon