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Donnerstag, 30.03.2017
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Abschied von Rosetta

Heute Mittag prallt die ESA-Raumsonde auf dem Kometen auf

Ende einer erfolgreichen Mission: Die ESA-Kometensonde Rosetta wird heute Mittag auf "ihrem " Kometen Churyumov-Gerasimenko aufschlagen und so ihre Mission beenden. Ihr finaler Ruheplatz liegt dabei nur rund zwei Kilometer vom Standort ihrer Landesonde Philae entfernt. Schon seit gestern Abend nähert sich Rosetta der Kometenoberfläche in Schrittgeschwindigkeit und sammelt dabei letzte Daten und Bilder.

Rosetta: Das große Finale

Die Reise Rosettas zum Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko begann am 26. Februar 2004 mit ihrem Start vom Weltraumbahnhof Kourou. Nach einer mehr als fünf Milliarden Kilometer weiten Reise erreichte die Sonde mit ihrem Huckepack mitreisenden Lander Philae dann im August 2014 ihr Ziel und schwenkte in eine Umlaufbahn um "Chury" ein – als erste Raumsonde überhaupt bei einem Kometen.

Den Höhepunkt der Rosetta-Mission bildete die erste Landung einer Sonde auf einem Kometen – auch wenn der Lander Philae abprallte und dadurch schräg und im Schatten landete. Dennoch lieferte das Team Rosetta-Philae einzigartige Daten über Beschaffenheit und Verhalten des Kometen, während dieser an der Sonne vorbeizog.

Auf Kollisionskurs


Jetzt, zwei Jahre später, hat sich der Komet wieder rund 720 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Er ist damit so weit weg, dass auch für Rosetta das Licht und damit der Solarstrom knapp werden. Schon im Juli schaltete die ESA daher alle nicht essenziellen System der Raumsonde ab, um Strom zu sparen. Heute, am 30. September wird nun die historische Kometenmission enden.


Rosettas letzte Umlaufbahnen und der freie Fall zum Kometen

Rosettas letzte Umlaufbahnen und der freie Fall zum Kometen

Gestern Abend um 22:50 Uhr hat die ESA-Bodenstation das Kollisionsmanöver der Raumsonde eingeleitet. In einer Höhe von nur noch 19 Kilometern über dem Kometen vollführte Rosetta dabei einen Schwenk, der sie auf Kollisionskurs brachte. Mit fast Schritttempo – rund ein Meter pro Sekunde – steuert die Sonde seither im freien Fall auf ein Landegebiet auf dem "Kopf" des Kometen hin.

Letzte Ruhe in der Nähe von Philae


Der Landeplatz liegt nur rund zwei Kilometer vom Standort ihres Landers Philae entfernt – am Ende sind beide Partner damit sozusagen wieder vereint. Ausgewählt wurde das letzte Ziel von Rosetta aber aus einem anderen Grund:

"Die Ma'a-Region ist ein besonders aktives Gebiet, mit Löchern, aus denen Gas und Staub ins All geschleudert wird", erklärt Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Forscher erhoffen sich daher von den letzten, extrem nahen Daten und Aufnahmen der Raumsonde wertvolle Daten über diese Kometenaktivität. Noch 15 Sekunden vor dem Aufprall soll Rosetta ihr letztes Bild machen und senden.

Rosetta wird zwar eher sanft aufprallen, eine weitere Kommunikation ist aber danach eher unwahrscheinlich

Rosetta wird zwar eher sanft aufprallen, eine weitere Kommunikation ist aber danach eher unwahrscheinlich

Aufprall um 12:40 Uhr


Heute Vormittag gegen 10:00 Uhr wird die Bodenstation die letzten Befehle zur Raumsonde schicken. Gegen 12:40 Uhr dann soll Rosetta auf der Kometenoberfläche aufprallen. Ob und wie stark die Sonde dabei beschädigt wird, ist unbekannt. Denn sie ist zwar nicht für eine Landung ausgelegt, so dass ihre Solarsegel abbrechen könnten. Andererseits ist das Aufpralltempo eher gemächlich.

Dennoch erwartet die ESA, dass die Kommunikation mit der Raumsonde im Moment ihres Aufpralls abbrechen wird – allein schon deshalb, weil die Sonde dann nicht mehr ihre Antenne gezielt auf die Erde ausrichten kann. Wegen der großen Entfernung wird die Bestätigung für den Kommunikationsabbruch und damit das offizielle Ende der Rosetta-Mission erst 40 Minuten nach ihrem Aufprall auf der Erde bei uns ankommen.

"Natürlich ist es in gewisser Weise ein sentimentaler Anlass, wenn eine Mission, an der man über zwei Jahrzehnte gearbeitet hat, mit so einem Impakt endgültig zu Ende geht", sagt Philae-Projektleiter Ulamec. "Andererseits haben wir so viele Daten gewonnen, dass man auch nicht traurig sein sollte."
(ESA, 30.09.2016 - NPO)
 
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