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Samstag, 25.03.2017
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Rätsel um “fehlende” Krater auf Eros gelöst

Durch Kollisionen ausgelöste Erschütterungen löschen Einschlagsspuren aus

Er ist der größte fliegende Gesteinsbrocken in Erdnähe: der Asteroid Eros. Jetzt haben Wissenschaftler entdeckt, warum Eros trotz des anhaltenden Bombardements aus dem All nur so wenig kleinere Krater besitzt.
Eros

Eros

Als die Sonde der Near Earth Asteroid Rendezvous (NEAR) Mission zwischen Februar 2000 und Februar 2001 den Asteroiden umkreiste, enthüllten ihre Aufnahmen einen Himmelskörper bedeckt mit einer Schicht aus Gestein, Geröll und Staub, in das zahlreiche große Felsen eingebettet waren. An einigen Stellen schien der Regolith sogar in Gerölllawinen talwärts geflossen zu sein.

Doch viel interessanter war, was die Sonde nicht entdeckte: Es gab kaum kleinere Krater, die doch nach Ansicht der Wissenschaftler die Oberfläche hätten überziehen müssen. Anstatt der erwarteten rund 400 Krater mit Durchmessern um die 20 Meter fand die Sonde gerade einmal 40. „Entweder wurden die Krater von etwas ‚ausradiert’ oder es gab viel weniger kleinere Asteroiden, als wir angenommen hatten“, erklärt James E. Richardson, Planetenforscher an der Universität von Arizona in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science.

Kollisionen lösen Vibrationen aus


Mithilfe von Computermodellen und Berechnungen kam Richardson auf eine Erklärung: Erschütterungen des Untergrunds könnten rund 90 Prozent der Einschlagskrater kleiner als hundert Meter Durchmesser ausgelöscht haben. Solche seismischen Vibrationen treten nach Ansicht des Forschers dann auf, wenn der Asteroid mit Weltraumgeröll kollidiert.


„Eros ist nur 33 Kilometer lang und rund 13 Kilometer breit. Daher hat er ein sehr kleines Volumen und eine sehr geringe Schwerkraft“, so Richardson. „Wenn ein ein bis zwei Meter-Objekt oder ein noch größeres Eros trifft, löst der Einschlag globale Vibrationen aus. Unsere Analysen zeigen, dass diese Erschütterungen leicht den Regolith an der Oberfläche destabilisieren.“

Wegen der geringen Schwerkraft auf dem Asteroiden stürzt die destabilisierte Geröll- und Staubschicht nicht wie bei einem Steinschlag die Hänge hinunter, sondern kriecht und wird stellenweise dabei sogar hochgeschleudert. Im Laufe der Zeit werden dadurch, so Richardsons Hypothese, kleinere Einschlagskrater zugeschüttet

Im Inneren zerbrochen


Die Resultate der Modellierung bestätigen auch die Vermutungen der Wissenschaftler hinsichtlich der inneren Struktur des Asteroiden. „Die NEAR-Mission zeigte, dass Eros wahrscheinlich ein gebrochener Monolith ist, ein Körper, der einmal ein kompaktes Stück Material war, dann aber durch größeren Einschläge zerbrochen ist und nur durch seine Schwerkraft zusammengehalten wird“, erklärt Richardson. „Belege dafür sehen wir in einer Serie von Gräben und Rippen, die sich sowohl regional als auch global über die Oberfläche des Asteroiden erstrecken.“

Größere Einschläge könnten Eros bis an seinen Kern gebrochen haben, viele kleinere Einschläge dagegen lassen ihn nur an der Oberfläche zerspringen. Dieser Gradient von großen Brüchen tief im Inneren und kleineren Brüchen nahe der Oberfläche ist analog zu ähnlichen Formationen in der Kruste des Mondes.

Die Ergebnisse des Forschers könnten jedoch auch eine Bedeutung für zukünftige Missionen zu Asteroiden haben. Denn wenn es darum geht, Rohstoffe auf dem Himmelskörper abzubauen oder aber ihn durch Sprengladungen aus seiner die Erde bedrohenden Bahn zu bringen, ist das Wissen um die innere Struktur von entscheidender Wichtigkeit.
(University Of Arizona, 14.12.2004 - NPO)
 
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