• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 25.09.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Meditation hilft bei Migräne

Spirituelle Übungen wirken am besten

Entspannen gegen das Hämmern im Kopf: Meditationsübungen können Migränepatienten Linderung verschaffen. Die schmerzhaften Attacken lassen sich dadurch subjektiv besser ertragen und Betroffene brauchen weniger Medikamente, berichten Forscher im Fachmagazin "Behavioral Medicine". Besonders effektiv sind dabei offenbar Meditationen mit einer spirituellen Komponente: Nur bei dieser Methode sinkt zusätzlich auch die Häufigkeit der Anfälle deutlich.
Migräne: Von den Kopfschmerzattacken sind bis zu 15 Prozent der Menschen betroffen.

Migräne: Von den Kopfschmerzattacken sind bis zu 15 Prozent der Menschen betroffen.

Rund 15 Prozent aller Menschen leiden unter Migräne. Sucht die Betroffenen eine Attacke heim, löst sie innerhalb von Minuten ein wahres Gewitter im Kopf aus: Lähmende Kopfschmerzen und Übelkeit machen ein Funktionieren im Alltag dann so gut wie unmöglich. Linderung verschaffen oft nur Ruhe und ein abgedunkelter Raum – oder spezielle Medikamente.

Auch nicht medikamentöse Therapien wie Behandlungen mit gedämpftem, grünem Licht oder Yoga können die Schmerzen für Patienten unter Umständen ein wenig erträglicher machen. Forscher um Amy Wachholtz von der University of Massachusetts Medical School in Worcester haben nun untersucht, wie gut andere Meditations- und Entspannungsübungen gegen Migräne helfen.

Meditieren gegen den Schmerz


An ihrer Studie nahmen 92 Migränepatienten teil, die mindestens zweimal im Monat eine Attacke heimsuchte. Die Probanden wurden in vier Gruppen aufgeteilt. Je nach Zuordnung übten sie sich in progressiver Muskelentspannung oder führten eine weltliche Meditationstechnik aus, bei der sie sich entweder auf ihr Innerstes oder einen äußeren Faktor konzentrieren sollten. Bei den Teilnehmern der vierten Gruppe kam hingegen ein spiritueller Aspekt ins Spiel – sie meditierten zum Beispiel mit der Phrase "Gott ist Liebe" oder "Mutter Erde ist gut".


Über einen Zeitraum von 30 Tagen übten die Patienten jeden Tag 20 Minuten lang die ihnen zugewiesene Meditationstechnik. Außerdem führten sie ein Kopfschmerz-Tagebuch. Darin notierten sie die Häufigkeit ihrer Migräneanfälle, die Stärke des Schmerzes und wie viele Medikamente sie einnahmen.

Spirituell ist effektiver


Die Ergebnisse zeigten: In allen vier Gruppen sank im Laufe der Zeit der Medikamentengebrauch – obwohl die Probanden ihre Beschwerden bei einer Attacke als unverändert stark beschrieben. Für die Forscher ist das ein Zeichen dafür, dass die Patienten ihre Schmerzen dank der Meditation besser aushalten konnten.

Besonders deutlich offenbarte sich dies bei den Teilnehmern der spirituellen Gruppe. Bei ihnen nahm der Medikamentengebrauch im Vergleich viel drastischer ab. Und noch etwas war bei diesen Patienten anders: Nur bei ihnen sank zusätzlich auch die Häufigkeit der Anfälle signifikant, wie Wachholtz und ihre Kollegen berichten.

Therapie ohne Nebenwirkungen


Demnach scheint die spirituelle Meditation bei Migräne effektiver zu sein als nicht-spirituelle Alternativen – und ist insbesondere in Sachen Schmerztoleranz und Medikamentengebrauch überlegen. "Dieses Ergebnis ist einzigartig", schreiben die Forscher. In Anbetracht der vielversprechenden Resultate solle die klinische Anwendbarkeit der Methode künftig durch weitere Studien überprüft werden.

Bestätigt sich der Effekt, könnten spirituelle Übungen zu einem wertvollen Werkzeug der Migränetherapie werden, so die Hoffnung des Teams. Schließlich kann die Methode nicht nur an vielfältige Glaubensrichtungen und Auffassungen angepasst werden und eignet sich den Wissenschaftlern zufolge damit für fast alle Patienten. Sie kommt auch ohne die Kosten und unangenehmen Nebenwirkungen herkömmlicher medikamentöser Therapien aus. (Behavioral Medicine, 2016; doi: 10.1080/08964289.2015.1024601)
(Taylor & Francis, 07.09.2016 - DAL)
 
Printer IconShare Icon