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Donnerstag, 23.03.2017
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Eisscholle als Forschungsobjekt

Forschungseisbrecher Polarstern driftet im antarktischen Eis

Der Forschungseisbrecher Polarstern ist zurzeit nicht in Bewegung, sondern sitzt fest: Er ist mit einer driftenden Scholle im westlichen Weddelmeer verankert. Im Rahmen der vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven organisierten Expedition Ispol (Ice Station POLarstern), ist die Scholle Gegenstand einer mehrwöchigen Untersuchung durch Glaziologen, Biologen, Ozeanografen und Meteorologen.
Eisbrecher Polarstern an Eisscholle

Eisbrecher Polarstern an Eisscholle

Das Untersuchungsgebiet ist ein einzigartiges Meeresgebiet, da es den größten Anteil an mehrjährigem Meereis im südlichen Ozean besitzt. Die dortigen ozeanografischen, meteorologischen und biologischen Prozesse sind von globaler Bedeutung. Die Scholle misst etwa vier mal vier Kilometer und besteht aus zahlreichen imposanten Packeisrücken sowie aus ebenen Flächen mit einer Schneeauflage von etwa einem halben Meter. Darunter befindet sich eine Eisschicht von einem bis zu über zwei Meter Dicke.

Straßen auf der Scholle


Auf der Eisscholle sind "Straßen" ausgeflaggt, auf denen mit Motorschlitten im Pendelverkehr die verschiedenen Arbeitsfelder mit Geräten und Personen versorgt werden. Die Scholle befand sich zu Beginn der Untersuchungen auf 68°S/55°W, in einem Gebiet, das bisher alle Schiffe gemieden haben, weil hier das dickste Meereis der Antarktis anzutreffen ist. Dr. Gerhard Dieckmann, einer der Ispol- Initiatoren, äußert erleichtert: "Endlich angekommen, nach vier Jahren Vorbereitung".

Unter der Führung des Fahrtleiters Professor Michael Spindler vom Institut für Polarökologie der Kieler Universität werden auf der Eisscholle derzeit vielfältige Arbeiten durchgeführt. Meteorologen registrieren den Einfluss der Witterung auf die Eiseigenschaften. Glaziologen und Biologen studieren die Strukturveränderungen des Eises und den Einfluss des kommenden Südsommers auf die im Eis lebenden hochproduktiven Kleinstorganismen, wie einzellige Algen und Planktontiere. Eine Gruppe von Biogeochemikern untersucht die klimarelevanten Gase, die teilweise von den Eisalgen produziert werden oder aber durch das Eis hindurch im Austausch mit der Atmosphäre stehen.


Taucher unterm Eis


Eine wissenschaftliche Tauchgruppe leistet wertvolle Zuarbeit bei der Untersuchung der Unterseite des Eises, indem sie Netze installiert, um die dort lebenden Planktontiere zu fangen. Von Polarstern aus entnehmen die Forscher Proben in größeren Wassertiefen, die neben Organismen auch Informationen über Spurengase, Temperatur und Salzgehalt mit an die Oberfläche bringen. Die an Bord befindlichen Hubschrauber dienen den Wissenschaftlern zum Ausbringen von Bojen, die die Drift der Schollenfelder um die Eisdriftstation herum dokumentieren und zu Eisdickenmessungen mit dem Bird, einer Spezialsonde. Die Wissenschaftler werden die Eisscholle voraussichtlich bis zum 5. Januar 2005 kontinuierlich beproben.
(Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, 10.12.2004 - NPO)
 
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