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Montag, 16.01.2017
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Klimawandel doch gut für Korallen?

Neue Studie widerspricht bisherigen Prognosen

Korallenriffe rund um die Welt sind vom Klimawandel betroffen – negativ, so jedenfalls bisher die Ansicht der Wissenschaftler. Doch genau das wollen jetzt australische Forscher widerlegt haben. Ihren Ergebnissen nach könnte die globale Erwärmung sogar das Wachstum der Korallen anregen.
Korallen

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Bisherige Untersuchungen gehen von einer Abnahme der Korallenriffe um 20 bis 60 Prozent bis zum Jahr 2100 gegenüber den Größen vor Beginn der industriellen Revolution aus. Als Ursache sehen Wissenschaftler vor allem die steigende Konzentration von gelöstem Kohlendioxid im Meerwasser. Doch genau diesen Werten widersprechen die Ergebnisse der australischen Forscher diametral:

“Unsere Analyse deutet darauf hin, dass die Erwärmung des Meeres in Zukunft die Wachstumsraten der Korallenriffe erheblich beschleunigen könnte. Sie könnten im Jahr 2100 sogar die vor-industriellen Raten um bis zu 35 Prozent übertreffen“, erklärt Ben McNeil, Ozeanograph an der Universität von New South Wales. „Unserer Ergebnisse stehen damit in starkem Kontrast zu den Vorhersagen, dass das Korallenwachstum einen ausgedehnten, potenziell katastrophalen Rückgang erleben wird.“

Korallenriffe bestehen aus Kaziumkarbonat, einer Kohlenstoffverbindung, die von den weichhäutigen Korallen als Außenhülle und Schutzskelett produziert wird und nach Absterben des Tieres überdauert. Die Wachstumsrate der Korallen wird sowohl von der Meerestemperatur als auch von der Karbonatkonzentration des Meerwassers bestimmt.


Die australischen Forscher analysierten den Zusammenhang von Kalzifikation und Meerestemperatur in mehreren riffbildenden Korallenkolonien im Indo-Pazifik, vor Australien, Hawaii, Thailand, dem Persischen Golf und vor Neu-Irland. “Unsere Resultate zeigen, dass die Zunahme in der Kalzifikation der Riffe durch höhere Meerestemperaturen die Abnahme durch erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen in der Atmosphäre ausgleichen und sogar übertreffen“, erklärt Richard Matear vom australischen Forschungsverbund CSIRO. „Bis 1964 zeigten die Korallen eine Abnahme der Kalzifikation, doch danach überwog die Erwärmung den CO2-Effekt und stimulierte die Erholung der Korallenriffe.

„Unsere Ergebnisse repräsentieren einen Durchschnitt für die gesamte Korallenriffgemeinschaft und es wird wichtig sein, das Modell in Bezug auf regionale Abweichungen hin zu analysieren um zukünftige Veränderungen in Gebieten wie dem Great Barrier Reef zu verstehen.“ Ursachen für die von den Forschern prognostizierte Zunahme im Korallenwachstum sind wahrscheinlich eine Anregung des Stoffwechsels und/oder eine Zunahme der Photosyntheseraten der roten Algen, die in Symbiose mit den Korallen leben.

David Barnes vom australischen Institut für marine Wissenschaft in Townsville betont jedoch: „Die Veränderungen im Korallenwachstum und der Kalzifikation sind aber getrennt und unabhängig von den negativen Auswirkungen der Korallenbleiche zu sehen, die mit den symbiotischen Mikroalgen der Korallen zusammenhängt. Auch die verheerenden Einflüsse menschlicher Aktivitäten wie die Verschmutzung des Wassers und eine nicht nachhaltige Fischerei in vielen Korallenriffen der Erde, sind deshalb in Zukunft nicht weniger schädlich als bisher.“
(University of New South Wales, 10.12.2004 - NPO)
 
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