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Donnerstag, 23.03.2017
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Rauchen erhöht Rheuma-Risiko

Zigarettenkonsum insbesondere bei erblicher Vorbelastung

Das Rauchen kann die Entstehung von entzündlichem Gelenkrheuma, der Rheumatoiden Arthritis, begünstigen. Besonders gefährdet sind dabei Raucher, die erblich vorbelastet sind. Eine schwedische Wissenschaftlergruppe hat nachgewiesen, dass Raucher mit so genannten Shared-Epitope-Genes (SE-Genen) ein wesentlich höheres Risiko tragen, an rheumatoider Arthritis zu erkranken, als Nicht-Raucher mit derselben genetischen Veranlagung.
Rauchen und die Folgen

Rauchen und die Folgen

Raucher, die ein bestimmtes genetisches Merkmal besitzen, tragen laut Studie ein doppelt so hohes Rheumarisiko wie Raucher ohne diese Erbinformation. Hat man dieses Merkmal von beiden Eltern geerbt, erhöht sich das Risiko sogar um das sechsfache. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Patienten Männer oder Frauen sind. "Uns ist es gelungen, zu zeigen, dass neben erblichen Risikofaktoren auch äußere Einflüsse an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Die beiden Faktoren korrespondieren miteinander“, erklärt Professor Prof. Lars Klareskog, Leiter sder Studie.

Schon Mitte der 90er Jahre hatten britische Forscher um Prof. Alan Silman von der University of Manchester an eineiigen Zwillingen gezeigt, dass bei gleichem genetischen Risiko der rauchende Zwilling ein weit höheres Erkrankungsrisiko hatte als der der nicht rauchende. Klareskog hat diese Erkenntnisse durch Untersuchung von Blutspendern nun bestätigt und präzisiert: Neben dem Risikofaktor Rauchen und den SE-Genen sorgen zusätzlich auch so genannte CCP-Antikörper im Blut für ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Kommen alle drei Faktoren zusammen, ist das Krankheitsrisiko am größten.

Klareskog und sein Forscherteam haben zudem heraus gefunden, dass Raucher ein stark erhöhtes Risiko haben, eine rheumatoide Arthritis mit positivem Rheumafaktor (RF) auszubilden. Die RF-positive ist die schwerere Form der rheumatoiden Arthritis.


In einem Projekt des Kompetenznetzes Rheuma wird derzeit untersucht, welchen Einfluss Tabakkonsum auf den Verlauf der Krankheit im frühen Stadium hat. Rund 1.000 Patienten nehmen an der Studie des Deutschen Rheumaforschungszentrums teil. Rauchen ist nicht nur ein Risikofaktor bei der Entstehung der Rheumatoiden Arthritis, es wirkt sich auch auf den Fortgang der Krankheit negativ aus. Demnach benötigen Raucher nicht nur mehr Medikamente, ihre Beschwerden lassen sich auch wesentlich schlechter behandeln. Nach drei Jahren hatten sie zudem deutlich mehr Erosionen an den Gelenken. Die behandelnden Rheumatologen schätzten die Krankheitsverläufe von 23 Prozent der Raucher, aber nur von 11 Prozent der Nichtraucher als hochaktiv ein. Detaillierte Daten wird das DRFZ im Frühjahr vorlegen.
(Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, 09.12.2004 - NPO)
 
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