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Donnerstag, 19.10.2017
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„Schluckauf“ im Gehirn erzeugt Versprecher

Ausrutscher nicht durch Flüchtigkeit oder Unkonzentriert verursacht

Warum kommt es vor, dass wir etwas sehen, wissen was es ist, und doch den falschen Begriff dafür nennen? Die Ursache solcher „Ausrutscher“ oder „Versprecher“ haben jetzt amerikanische Wissenschaftler untersucht und dabei festgestellt, dass nicht Ablenkung oder zu schnelles Tempo schuld sind, sondern vielmehr eine Art „Schluckauf“ in dem Gehirnprozess, der die Planung von Sprachäußerungen steuert.
Das menschliche Gehirn

Das menschliche Gehirn

Jemand, der beispielsweise das Werkzeug zum Nägel einschlagen benennen will, blickt normalerweise den Hammer einen Moment lang an bevor er „Hammer“ sagt. Aber was passiert im Gehirn, wenn er zwar den Hammer ansieht, aber ihn aus Versehen als „Axt“ bezeichnet? Zenzi M. Griffin vom Georgia Institute of Technology ging ursprünglich von der Annahme aus, dass solche Versprecher mit einer zu kurzen Betrachtung des Gegenstands und damit einer übereilten Verbalisierung verbunden sind. Der Schritt, bei dem das bereitgelegte Wort mit dem mentalen und realen Bild des Objekts verglichen wird, entfällt in der Eile oder durch Ablenkung.

Doch zu ihrem Erstaunen entdeckte Griffin, dass Menschen die „Axt“ sagen, wenn sie eigentlich „Hammer“ meinen, den Hammer zuvor genau so lange fixiert hatten, wie diejenigen, die das Werkzeug korrekt benannten. Während und nach ihrem Versprecher allerdings ruhte der Blick länger auf dem Gegenstand – als wenn sie unbewusst schon wüssten, dass das Wort falsch ist und das Gehirn sich darauf vorbereiten würde, den Fehler zu korrigieren. In ihrer Studie mit dem Titel: „Die Augen haben recht wenn der Mund sich irrt“, schließt Griffin daraus, dass der Blick eines Menschen offensichtlich genauer das widerspiegelt, was er meint und weiß, selbst wenn die Worte anderes suggerieren.

In ihrem Versuch sollte Freiwillige einfache Zeichnungen von Objekten oder Szenen betrachten und benennen oder beschreiben. Gleichzeitig maß die Forscherin die Augenbewegungen der Teilnehmer. Griffin identifizierte 41 ganz oder teilweise falsche Benennungen. Als „halber“ Fehler galt wurde gewertet, wenn die Probanden zwar erst falsche Bezeichnungen nannten, sich aber selbst korrigierten oder unterbrachen.


Die Ergebnisse der Versuche lassen drei Schlussfolgerungen zu, so Griffin: Zum einen bedeutet das unmittelbare Anblicken eines Gegenstands noch nicht, dass die Person ihn dann auch richtig benennen kann. Zum zweiten deuten Wortfindungsfehler offensichtlich eher auf Probleme in der Vorbereitung der Verbalisierung hin als auch Unkonzentriertheit oder Abgelenktheit. Und schließlich entstehen Sprachfehler dieser Art nicht durch eine zu eilige oder zu kurze Vorbereitungsphase der Aussprache oder durch Auslassen eines mentalen Kontrollprozesses.
(Georgia Institute of Technology, 09.12.2004 - NPO)
 
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