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Samstag, 03.12.2016
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Glück ist abhängig von anderen

Experiment zeigt: Erfolg anderer wirkt sich auf unser Wohlbefinden aus

Glück durch Gleichheit: Ob wir uns zufrieden und glücklich fühlen, hängt nicht nur von unserer eigenen Situation ab. Stattdessen ist der Blick auf die Anderen ebenso wichtig: Sind diese vermeintlich besser dran als wir, fühlen wir uns schlechter. Interessanterweise gilt das gleiche aber auch, wenn es anderen schlechter geht als uns, wie ein Experiment nun belegt.
Das subjektive Glück hängt auch von anderen ab.

Das subjektive Glück hängt auch von anderen ab.

Das persönliche Wohlbefinden kann von vielen Faktoren abhängen. Für unser Glück spiele die Familie, Geld oder Erfolg im Beruf, neben der genetischen Veranlagung, eine große Rolle. Es kann allerdings auch für viele Menschen davon abhängig sein, was der Nachbar, Partner oder Freundeskreis hat.

Robb Rutledge vom Max Planck UCL Centre for Computional Psychiatry and Ageing Research in London und seine Kollegen haben nun überprüft, wie sich diese Vergleiche auf unser subjektives Wohlbefinden auswirken.

Glücksspiele zum Erfassen der Empathie


Um herauszufinden, wie weit das Glück der Menschen von den anderen abhängt, führten die Forscher eine Testreihe mit 47 Freiwilligen durch, die sich vorher nicht kannten. Im ersten Versuch spielten die Probanden in kleinen Gruppen ein Glücksspiel, bei dem sie Geld gewinnen konnten.
Während dieser Spiele bekamen sie mit, ob die anderen Teilnehmer gewinnen oder verlieren. Zusätzlich wurden die Testpersonen in regelmäßigen Abständen gefragt, wie glücklich sie sich fühlen.


Die Forscher stellten fest, dass die Probanden, die gewonnen haben, glücklicher waren, wenn die Partner es ihnen gleich taten. Genauso waren die Verlierer glücklicher, wenn die anderen Spieler ebenfalls verloren hatten. „Im Durchschnitt sind wir weniger glücklich, wenn andere mehr oder weniger bekommen als wir, aber dies variiert sehr stark von Mensch zu Mensch“, erklärt Rutledge.

Wer gewonnen hat, ist großzügig


Nach Abschluss der Glücksspiele führten die Forscher ein zusätzliches Szenario durch. Die Teilnehmer sollten anonym einen Geldbetrag mit einer anderen Person teilen. Die Wissenschaftler wollten damit herausfinden, ob und wie die von den Glücksspielen ausgelösten Gefühle dieses Verhalten beeinflussen.

Und tatsächlich: Teilnehmer, die das Gefühl hatten, mehr als andere bekommen zu haben, gaben im Durchschnitt 30 Prozent ihres Geldes ab. Diejenigen, die im Glücksspiel weniger als andere gewonnen hatten, gaben dagegen nur zehn Prozent ihres Geldes ab – obwohl alle Probanden die gleiche Geldsumme zum Teilen zur Verfügung hatten.

„Schuldgefühle und Neid beeinflussen die Bereitschaft zum Teilen“


„Dies ist das erste Mal, dass wir einen direkten Zusammenhang zeigen konnten zwischen der Großzügigkeit von Menschen und damit, wie Ungleichheit ihr Glück beeinträchtigt“, betont Rutledges Kollege Archy de Berker. Neid oder Schuldgefühle spielten dabei eine große Rolle. Die Gewinner des Glücksspiels fühlten sich schuldig und teilten ihr Geld dementsprechend großzügig. Die Verlierer hingegen waren neidisch und behielten den Großteil ihres Geldes.

Das könnte erklären, warum manche Menschen großzügiger sind als andere. „Bestimme Aspekte von gestörtem Sozialverhalten könnten wir damit besser verstehen, etwa die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer“, schließen die Forscher aus den Ergebnissen. (Nature Communications, 2016; doi: 10.1038/ncomms11825)
(Max-Planck-Gesellschaft, 04.07.2016 - TKR)
 
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