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Donnerstag, 27.07.2017
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Gentech-Impfstoff gegen Malaria?

Gentechnisch veränderter Erreger verhindert Infektion bei Mäusen

Heidelberger Wissenschaftlern ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Impfung gegen Malaria gelungen. Sie haben einen Impfstoff auf der Basis eines genetisch veränderten Malaria- Erreger entwickelt. Er schützt Mäuse vor einer Vermehrung des Erregers in der Leber und stoppt damit seine verhängnisvolle Umwandlung in die tödliche Entwicklungsform, die rote Blutzellen befällt.
Anopheles-Mücke

Anopheles-Mücke

Die tropische Seuche Malaria wird von Stechmücken übertragen; an einer Malaria-Infektion sterben jährlich weltweit mehrere Millionen Menschen, vor allem in Afrika. Bislang ist es nicht gelungen, einen effektiven Impfstoff zu entwickeln. Insbesondere Impfstoffe, die sich gegen einzelne Bestandteile des Erregers Plasmodium richten, waren im Einsatz weniger erfolgreich als ursprünglich erhofft.

Deshalb hat in jüngster Zeit das Interesse an Impfstoffen mit dem gesamten, unschädlich gemachten Erreger zugenommen. Erste Versuche mit bestrahlten Plasmodien haben gezeigt, dass dieser Ansatz im Tierversuch und beim Menschen möglich ist. Eine weitere wichtige Grundlage für die Impfstoff-Entwicklung wurde vor zwei Jahren gelegt: die Entschlüsselung der gesamten Erbsubstanz des Malaria- Erregers.

Erst die Umwandlung bringt Gefahr


Hauptautoren der in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature veröffentlichten Studie sind die Parasitologen Kai Matuschewski und Ann-Kristin Müller vom Hygiene-Institut des Universitätsklinikums Heidelberg. "In früheren Versuchen haben wir Gene identifiziert, die in den Entwicklungsstadien des Malaria-Erregers vor dem Befall der roten Blutzellen besonders aktiv sind", erklärt Dr. Matuschewski.


Eine Gruppe von Genen, die sogenannten UIS-Gene, erwies sich als spezifisch aktiv in Sporozoiten, dem Stadium, das von der Anopheles-Stechmücke übertragen wird. Sporozoiten rufen keine Symptome hervor, befallen aber spezifisch die Leber, in der sie sich anschließend in die für den Menschen gefährlichen Blutstadien umwandeln.

Entscheidendes Gen entfernt


Die Heidelberger Wissenschaftler stellten in Zusammenarbeit mit Kollegen in Seattle eine gentechnische Variante des Erregers ohne das UIS3-Gen her. Diese Erreger können nicht mehr den normalen Entwicklungszyklus über die Vermehrung in der Leber durchlaufen. Diese Variante konnte deshalb zum ersten Mal als Impfstoff eingesetzt und Mäusen injiziert werden. Gegen die wiederholte Infektion mit dem Malaria-Erreger erwiesen diese sie sich als vollständig geschützt.

Die Heidelberger Wissenschaftler ziehen aus ihren Experimenten den Schluss, dass es möglich ist, die normale Entwicklung des Malaria- Erregers mit Hilfe gezielter Genveränderung zu stoppen und einen effektiven Impfstoff zu entwickeln. Da auch die für den Menschen gefährlichste Plasmodium-Spezies das UIS3-Gen für die erfolgreiche Entwicklung in der Leber benötigt, halten sie es für möglich, einen entsprechenden Impfstoff für den Menschen zu entwickeln.
(Universitätsklinikum Heidelberg, 07.12.2004 - NPO)
 
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