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Dienstag, 27.09.2016
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Himmelsereignis: Mars so groß wie selten

Heute Abend erreicht der Rote Planet seinen erdnächsten Punkt

So nah war uns der Mars lange nicht mehr: Der Rote Planet steht heute Nacht nur gut 75 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – das ist die nächste Annäherung der beiden Planeten seit knapp elf Jahren. Der Mars erscheint dadurch besonders groß und hell am Himmel und ist selbst mit bloßem Auge gut als rötlicher, heller Punkt zu erkennen. Ein Blick lohnt sich daher unbesdingt.
Diese Aufnahme des Mars machte das Hubble-Teleskop am 22. Mai 2016, während der Mars-Opposition.

Diese Aufnahme des Mars machte das Hubble-Teleskop am 22. Mai 2016, während der Mars-Opposition.

Der Mars benötigt für eine Umkreisung der Sonne 687 Tage und damit rund doppelt so lange wie die Erde. Dadurch ergibt sich nur etwa alle zwei Jahre eine Position beider Planeten, die beispielsweise für den Start von Raumsonden zum Mars günstig ist. Hinzu kommt, dass die Umlaufbahnen beider Planeten nicht kreisförmig, sondern leicht elliptisch sind. Die Kombination dieser Faktoren sorgt dafür, dass der Rote Planet selbst zum Zeitpunkt seiner größten Annäherung an die Erde nicht immer gleich weit von uns entfernt ist.

"Nicht zu übersehen"


In diesem Jahr jedoch sind die Bahnparameter so günstig, dass Mars und Erde so nah kommen wie zuletzt vor knapp elf Jahren. Bereits am 22. Mai stand der Mars in Opposition und bildetet mit Erde und Sonne eine Linie. Heute, am 30. Mai gegen 22:30 Uhr abends erreicht er seinen erdnächsten Punkt – und erscheint daher besonders groß und hell.

Am Abendhimmel ist unser Nachbarplanet jetzt als heller, rötlicher Punkt zu erkennen, der im Südosten aufgeht und erst am frühen Morgen im Südwesten wieder hinter dem Horizont versinkt. "Schauen Sie am Ende der Dämmerung gen Südosten und Sie können ihn nicht übersehen", erklärt Alan MacRobert vom Magazin Sky & Telescope. "Der Mars sieht momentan fast schon gruselig groß aus, verglichen mit seinem normalen Anblick am Himmel."


In diesen Tagen bildet der Mars mit Antares und Saturn ein Dreieck über dem Südost-Horizont.

In diesen Tagen bildet der Mars mit Antares und Saturn ein Dreieck über dem Südost-Horizont.

Dreieck mit Antares und Saturn


Der Mars bildet zusammen mit dem Stern Antares und dem Planeten Saturn am Himmel ein Dreieck aus rötlich leuchtenden Punkten – ein lohnender Anblick. "Um den Antares zu finden schauen Sie etwa eine faustbreit unter dem Mars", erklärt MacRobert. "Der Antares ist zwar weniger hell, aber hat ebenfalls eine feurige Farbe." Der zum Sternbild Skorpion gehörende Stern Antares erhielt genau deshalb seinen Namen, der im Griechischen "Anti-Mars" oder auch Rivale des Mars bedeutet.

Noch bis Mitte Juni leuchtet der Mars so hell und groß wie sonst nur selten. Nur der noch hellere Planet Jupiter am südwestlichen Himmel ist noch auffälliger als er. Schon mit einem schwachen Teleskop ist der Rote Planet nun besonders gut zu beobachten und zu fotografieren. Auch das Weltraumteleskop Hubble wird seine Kameraaugen auf den Planeten richten, um besonders detaillierte Aufnahmen zu machen.

Günstig für Marsmissionen


Für die Raumfahrt ist die nahe Annäherung des Mars eine wertvolle Chance, Raumsonden auf kürzestem Wege zum Planeten zu bringen. Alle zwei Jahre nutzen Raumfahrtagenturen daher das Zeitfenster kurz vor der Annäherung für den Start von Marsmissionen.

Bereits vor einigen Wochen ist daher die ESA-Raumsonde ExoMars auf ihren Flug zum Mars gestartet. Die Sonde soll nach ihrer Ankunft im Oktober 2016 in der Marsatmosphäre nach Hinweisen auf Leben suchen, vor allem aber den Weg für eine weitere Mission in zwei Jahren ebnen.
(Sky&Telescope/ NASA, 30.05.2016 - NPO)
 
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