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Samstag, 01.10.2016
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Wenn Baumhörnchen frustriert sind

Fuchshörnchen reagieren in frustrierenden Situationen ähnlich wie Menschen

Wenn Baumhörnchen frustriert sind, dann lassen sie ihre Schwänze hektisch schnippen. Dieses Verhalten kann wiederum Einblicke in die Wurzeln von Frustrations-Verhalten geben, berichten Forscher. Ihren Experimenten zufolge zeigen nordamerikanische Fuchshörnchen in frustrierenden Situationen sogar ähnliches Verhalten, wie Menschen: Sie reagieren gereizt, beginnen dann aber mit Problemlösungsstrategien.
Was passiert, wenn Fuchshörnchen frustriert sind?

Was passiert, wenn Fuchshörnchen frustriert sind?

Frustrations-Verhalten ist bereits von einigen Tierarten bekannt, doch wie es entsteht und welchem Zweck es dient, ist noch weitgehend unklar, sagen Mikel Delgado und seine Kollegen von der University of California in Berkeley. Die Forscher haben die Hintergründe tierischen Frustrations-Verhaltens deshalb nun genauer untersucht.

Bei ihrer Studie machten sie es sich genaugenommen recht einfach: Ihre Versuchstiere lebten frei auf dem Gelände der Universität: Fuchshörnchen (Sciurus niger) sind nordamerikanische Cousins unserer Eichhörnchen und haben sich an ein Leben in der Nähe des Menschen gut angepasst.

Versuche auf dem Universitäts-Campus


Die Forscher trainierten die Hörnchen auf dem Campus zunächst, kleine Behälter zu öffnen, um an leckere Walnüsse zu kommen. Nach neun Erfolgserlebnissen wurden die putzigen Probanden dann allerdings mit unerfreulichen Überraschungen konfrontiert: Einige bekamen eine leere Kiste, bei anderen war sie verschlossen und eine dritte Gruppe fand in dem Behälter statt der leckeren Walnuss nur ein fades Maiskorn.


Enttäuschung über eine leere Kiste zeigen die Hörnchen durch hektischen Schnippen des Schwanzes


Die Beobachtungen der Forscher dokumentierten, dass die Tiere auf die Enttäuschungen mit einem hektischen Schnippen des Schwanzes reagierten und zwar umso intensiver, je größer die Frustration war. Am meisten "ärgerten" sich die Tiere demnach über die verschlossene Kiste. Bei den Hörnchen lässt sich der emotionale Zustand beim Lösen von Aufgaben im Gegensatz zu anderen Tieren demnach recht einfach ablesen, sagen die Forscher.

Erst sauer, dann Problemlösungs-orientiert


Den Forschern zufolge könnte man das Schwanz-Schnippen und die "zornigen" Bisse in die verschlossene Kiste mit menschlichem Verhalten in Frust-Situationen vergleichen: Wenn man ein Geldstück in einen Getränkeautomaten geworfen hat, aber das Produkt nicht herauskommt, wird man sauer – manche fluchen oder treten den Automaten sogar.

Allerdings geht dies dann meist in ein Problemlösungsverhalten über: Menschen versuchen, die Ursache des Problems zu ergründen oder Lösungsstrategien zu entwickeln. Ähnliches Verhalten zeigten die Hörnchen offenbar auch, belegten die Beobachtungen der Forscher.

Nachdem die Nager ihre akute Schwanz-Schnipp-Frustphase überwunden hatten, probierten sie neue Strategien aus, um an die Nuss in der Kiste zu kommen: Sie nagten an ihr, warfen sie um oder versuchten sie wegzuschleppen.

Förderliche Triebfeder


Diese Beobachtungen scheinen zu belegen, dass Frustration eine wichtige und förderliche Triebfeder bei Problemlösungen ist, erklären die Forscher. "Unsere Ergebnisse verweisen auf eine Universalität von emotionalen Reaktionen bei unterschiedlichen Lebewesen", resümiert Delgado.

Er und seine Kollegen wollen nun auch weiterhin ihre putzigen Versuchstiere auf dem Campus mit Herausforderungen konfrontieren: Es wird also vermutlich wieder viel hektisches und zugleich aufschlussreiches Schwanz-Schnippen geben. (Journal of Comparative Psychology, 2016)
(University of California Berkeley, 12.05.2016 - DAL)
 
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