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Freitag, 09.12.2016
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Altägyptisches Amulett am Tempelberg entdeckt

Mädchen findet 3.200 Jahre alten Anhänger mit Kartusche des Pharao Thutmosis III.

Zufallsfund am Tempelberg: Ein zwölfjähriges Mädchen hat in Jerusalem ein altägyptisches Pharao-Amulett entdeckt. Der 3.200 Jahre alte Fund verbarg sich in einer alten Geröllhalde mit Erde und Schutt vom Tempelbau. Auf dem altägyptischen Anhänger ist die Kartusche des Pharao Thutmosis III. zu erkennen, einem der wichtigsten Herrscher des Neuen Reichs.
Das Amulett mit einem Teil der Kartusche von Pharao Thutmosis III.

Das Amulett mit einem Teil der Kartusche von Pharao Thutmosis III.

Die Täler rund um die Altstadt von Jerusalem sind mit Überresten alter Gemäuer, Gräber, aber auch mit Bauschutt des Tempelbaus übersäht. Gerade im Geröll südlich des Tempelplateaus finden Archäologen immer wieder Jahrtausende alte Schätze, darunter einen Goldschatz, der einst von vor den Persern flüchtenden Bewohnern dort vergraben wurde.

Amulett im Tempelschrott


Im Rahmen eines Freiwilligen-Projekts half auch die zwölfjährige Neshama Spielman für einige Tage mit, den Tempelschutt nach Funden zu durchsuchen. Dabei machte sie einen unerwarteten Fund. "Während ich die Erde siebte, stieß ich auf ein Stück Ton, das anders aussah als die anderen", berichtet das Mädchen. "Ich dachte sofort: Vielleicht ist das ja etwas Besonders!"

Gefunden inmitten von 3.200 Jahre alten Tonscherben und Geröll

Gefunden inmitten von 3.200 Jahre alten Tonscherben und Geröll

Bei näherer Untersuchung durch Archäologen der israelischen Antikenbehörde entpuppte sich der Fund als ein gut 3.200 Jahre altes altägyptisches Amulett. Der gut zwei Zentimeter breite und 1,6 Zentimeter große Anhänger trägt auf seiner Vorderseite das Relief einer Kartusche – eines von einem ovalen Rahmen eingefassten Königssiegels. Darüber ist ein Augensymbol zu erkennen und rechts daneben die Hieroglyphe einer Kobra.


Kartusche des Pharao Thutmosis III.


Wie die Archäologen berichten, ist der untere Teil der Kartusche zwar abgebrochen, dennoch ließ sich der Name darin rekonstruieren: Es handelt sich um das Siegel des ägyptischen Pharaos Thutmosis III., der von 1479 bis 1425 vor Christus regierte. Er war vor allem für seine Eroberungsfeldzüge in die Levante berühmt. Er machte das alte Kanaan zu einer ägyptischen Provinz und schlug ihre Herrscher vernichtend bei der Schlacht um Megiddo.

Bisher wurden zwar bereits Scarabäen mit dem Herrschernamen in Jerusalem entdeckt, das Amulett ist jedoch das erste seiner Art – und damit eine echte Rarität. "Es ist faszinierend, ein mehrere tausend Jahre altes Objekt aus dem alten Ägypten hier mitten in Jerusalem zu entdecken", sagt Spielman. Möglicherweise wurde der Anhänger einst von einem Ägypter getragen, der vor mehr als 3.000 Jahren in der Provinz Kanaan stationiert war.
(Temple Mount Sifting Project, 29.04.2016 - NPO)
 
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