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Dienstag, 27.09.2016
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Länger leben durch längeres Arbeiten?

Eine späte Pensionierung scheint die Lebensdauer positiv zu beeinflussen

Arbeit macht langlebig – so scheint es zumindest. US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die im Alter länger arbeiten, auch länger leben. Je später die Pensionierung lag, desto später starben die Studienteilnehmer. Jedes Jahr mehr an Arbeit senkte dabei das Risiko vorzeitig zu sterben um immerhin elf Prozent, wie die Forscher berichten. Das bestätige die Annahme, dass ein aktives Leben körperlich und geistig fit halte.
Wer erst spät aufhört zu arbeiten, könnte damit seine Lebendauer positiv beeinflussen.

Wer erst spät aufhört zu arbeiten, könnte damit seine Lebendauer positiv beeinflussen.

Wir werden heute nicht nur immer älter, die meisten von uns sind auch im Alter noch deutlich fitter als noch unserer Vorfahren vor rund 100 Jahren. Bis heute ist jedoch nur in Teilen bekannt, welche Faktoren einige Menschen einen besonders langen, gesunden Lebensabend beschert. Klar scheint, dass neben einer genetischen Veranlagung auch die Lebensweise und Ernährung eine Rolle spielt.

Was ist besser: frühe oder späte Pensionierung?


Doch Chenkai Wu von der Oregon State University in Corvallis und seine Kollegen könnten nun einen weiteren Faktor für längeres Leben entdeckt haben: die Arbeit. Für ihre Studie untersuchten die Forscher, welchen Einfluss der Zeitpunkt des Rentenbeginns auf die Restlebenszeit von 2.956 älteren US-Bürgern hat. "Menschen in den USA haben eine relativ große Flexibilität in Bezug auf ihr Rentenalter, daher erschien es sinnvoll, zunächst hier nachzuschauen", erklärt Wu.

Um auszuschließen, dass ein früher Rentenantritt wegen schlechter Gesundheit die Ergebnisse verfälschte, teilten die Forscher ihre Probanden in Gruppen ein: solche, die wegen Gesundheitsproblemen früher aufhörte zu arbeiten und solchen, die dies bei bester Gesundheit aus anderen Gründen taten. Auch Lebensweise und Einkommen bezogen sie mit ein.


Je länger, desto besser


Das überraschende Ergebnis: Je später die Studienteilnehmer aufhörten zu arbeiten, desto länger lebten sie. "Bei den gesunden Rentnern entsprach eine ein Jahr spätere Pensionierung einem elf Prozent geringeren Risiko vorzeitig zu sterben – unabhängig von einer großen Bandbreite an sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Einflussfaktoren", berichten Wu und seine Kollegen. Bei den aus Gesundheitsgründen pensionierten Teilnehmern sah es ähnlich aus.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die aktiver und engagierter bleiben, auch in dieser Hinsicht profitieren", erklärt Seniorautor Robert Stawski von der Oregon State University. Dies deckt sich mit Beobachtungen, nach denen eine aktive Lebensweise im Alter sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit fördert. Zudem könnte das längere Arbeiten auch sozialen und ökonomische Vorteile bringen, die die Lebensdauer beeinflussen, mutmaßen die Forscher.

Noch sind weitere Forschungen nötig, um mehr über den Zusammenhang zwischen Arbeit und Lebensdauer herauszufinden – schließlich liegt es nahe, dass nicht jede Tätigkeit unbedingt der Gesundheit förderlich ist. "Dies ist erst die Spitze des Eisbergs", sagt Stawski. "Noch wissen wir beispielsweise nur wenig darüber, wie Lebensweise, Gesundheit und Wohlbefinden nach der Pensionierung die Lebensdauer beeinflusst." (Journal of Epidemiology & Community Health, 29016; doi: 10.1136/jech-2015-207097)
(Oregon State University, 28.04.2016 - NPO)
 
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