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Freitag, 30.09.2016
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High-Heels beeinträchtigen unsere Mobilität

Auch erfahrene Absatzträgerinnen stehen auf hohen Schuhen instabiler

Wackelige Angelegenheit: Nicht nur für High-Heels Neulinge ist das Laufen auf hohen Absätzen eine echte Herausforderung. Die Absatzhöhe beeinflusst auch bei erfahrenen Stöckelexpertinnen die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparats. Ab einer Höhe von sieben Zentimetern leiden unter anderem das Gleichgewicht und die Standfestigkeit. Außerdem brauchen Frauen auf hohen Schuhen selbst für einfache Bewegungsabläufe mitunter länger, wie Forscher berichten.
Auffällig, attraktiv - und eine echte Herausforderung für unseren Bewegungsapparat: High-Heels

Auffällig, attraktiv - und eine echte Herausforderung für unseren Bewegungsapparat: High-Heels

Sie sehen gut aus, wirken weiblich und erhöhen den Sexappeal: High-Heels gehören für viele Frauen zu einem modischen Outfit einfach dazu. Den meisten Männern scheint das merklich zu gefallen. Wie Wissenschaftler herausfanden, zeigt sich das männliche Geschlecht Frauen gegenüber umso hilfsbereiter, je höher ihre Absätze sind. Hohe Schuhe sind demnach nicht nur ein schöner Blickfang, sondern können sogar nützlich sein.

Doch wie wirken sich die High-Heels auf unsere Gesundheit aus? Gerade Orthopäden warnen immer wieder davor, dass dauerhaftes Stöckeln auf hohen Absätzen Fehlstellungen oder muskuläre Probleme verursachen kann. Forscher um Vanessa Dewi Hapsari vom Ulsan National Institute of Science & Technology in Südkorea haben nun einmal genauer untersucht, wie sich unterschiedlich hohe Schuhe auf ihre Trägerin auswirken.

Antreten zum Stöckeltest


Dafür ließ das Team 30 gesunde weibliche Probanden im Alter zwischen 18 und 30 Jahren zum Absatztest antreten. Vier Schuhe mit unterschiedlichen Absatzhöhen von einem Zentimeter flach bis zu zehn Zentimetern hoch mussten die Teilnehmerinnen tragen, während sie diverse Übungen durchführten. Die Frauen wurden dabei auch nach ihrer Stöckelerfahrung aufgeteilt – unerfahrene wie erfahrene Absatzträgerinnen testeten jeweils alle Schuhpaare.


Bei den Übungen untersuchte Hapsaris Team vor allem, wie die High-Heels das Gleichgewicht und die Standfestigkeit der Probandinnen beeinflusste. Zudem wollten sie wissen, wie sich die Absätze auf typische Bewegungsabläufe des Alltags auswirkten. So mussten die Frauen zum Beispiel auf einer wackeligen Platte die Balance halten oder sich so weit wie möglich nach vorne beugen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren und zu fallen.

Bei einer anderen Übung galt es, möglichst schnell von einem Stuhl aufzustehen, drei Meter zu laufen, sich umzudrehen, wieder zurück zum Stuhl zu gehen und sich erneut hinzusetzen. "Je länger jemand für eine solche Aufgabe braucht, desto schlechter ist seine funktionelle Mobilität", schreiben die Wissenschaftler.

Ab sieben Zentimetern leidet die Stabilität


Die Ergebnisse dieser Tests offenbarten, dass die Absatzhöhe die Funktionsfähigkeit unseres Bewegungsapparats tatsächlich beeinflusst. Ab einer Höhe von sieben Zentimetern wurden die Probandinnen deutlich instabiler, verloren schneller das Gleichgewicht und brauchten etwa für die Stuhlübung länger als auf niedrigeren Absätzen. "Bei zehn Zentimeter hohen High-Heels wurde die Standfestigkeit sogar noch schlechter", berichten die Forscher. Insbesondere die Wadenmuskeln würden mit steigender Absatzhöhe immer stärker beansprucht.

Wie oft jemand normalerweise im Alltag High-Heels trägt, beeinflusste die Ergebnisse interessanterweise kaum. Zwar schnitten erfahrene Probandinnen bei manchen Übungen teilweise etwas besser ab. Insgesamt unterschieden sich insbesondere ihre Stabilität im Stand und ihre funktionelle Mobilität jedoch nicht signifikant von den unerfahrenen Testpersonen. "Unsere Studie zeigt, vor welche Herausforderungen das Tragen von High-Heels den menschlichen Körper stellt", schließt Hapsaris Team. (Ergonomics, 2016; doi: 10.1080/00140139.2015.1068956)
(Taylor & Francis, 20.04.2016 - DAL)
 
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