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Dienstag, 06.12.2016
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Roboter-Falke gegen Vogelschwärme

Als Greifvogel getarnter Flugroboter soll Vögel von Flugplätzen vertreiben helfen

Raffinierte Abschreckung: Ein täuschend echter Roboter-Falke soll künftig Vogelschwärme von Flugplätzen und anderen kritischen Orten fernhalten. Der ferngesteuerte Flugroboter sieht dabei nicht nur aus wie ein Greifvogel, er fliegt auch wie dieser durch Flügelschlag. Deshalb schlägt er kleinere Vögel effektiv in die Flucht. Am Flughafen Weeze am Niederrhein absolviert der Roboter-Falke zurzeit einen ersten Praxistest.
Sieht aus wie ein Greifvogel, ist aber ein Roboter: der Robird kurz vor dem Einsatz.

Sieht aus wie ein Greifvogel, ist aber ein Roboter: der Robird kurz vor dem Einsatz.

Zusammenstöße mit Vögeln sind teuer: Der materielle Schaden auf Flughäfen wird weltweit auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Versagen der Triebwerke und der Absturz des Flugzeugs. Aber auch in der Landwirtschaft, in der Müllverarbeitung, an Häfen sowie in der Öl- und Gasindustrie verursachen Vogelschwärme Milliardenschäden. Nicht zuletzt, weil sich die intelligenten Tiere an bestehende Lösungen zur Vogelabwehr gewöhnen – und sich dadurch nicht lange beeinflussen lassen.

Roboter mit Falken-Look und Flügelschlag


Eine ungewöhnliche Lösung für dieses Problem haben nun Nico Nijenhuis und seine Kollegen von der Universität Twente in den Niederlanden gefunden: einen Flugroboter im täuschend echten Greifvogel-Look. Der ferngesteuerte "Robird" sieht nicht nur rein äußerlich einem Falken verblüffend ähnlich, er fliegt auch wie ein Vogel mit auf- und abschlagenden Flügeln.

Auch von Nahem  gesehen sieht der Flugroboter seinem natürlichen Vorbild, dem Wanderfalken, sehr ähnlich.

Auch von Nahem gesehen sieht der Flugroboter seinem natürlichen Vorbild, dem Wanderfalken, sehr ähnlich.

Die Aufgabe dieses Roboter-Falken: Er soll Vögel und Vogelschwärme überall dort vertreiben, wo sie eine Gefahr darstellen oder lästig sind. "Vögel lernen, das Jagdgebiet eines Greifvogels zu meiden", erklären die Forschere, die für die Produktion und Vermarktung ihres Robotervogels ein Spin-Off gegründet haben. "Als folge sinken die Vogelzahlen um 50 Prozent und mehr, je nach Ort und Umweltbedingungen."


Test am Flughafen Weeze


Einen ersten Praxistest absolviert der Robird zurzeit auf dem Flughafen Weeze am Niederrhein. Weil hier nur wenige Flugzeuge am Tag starten und landen, bietet dieser Flughafen ideale Bedingen für einen ersten Praxistest, wie die Forscher erklären. Auf dem Prüfstand steht hierbei nicht nur der Roboter selbst, sondern auch der menschliche Pilot, der den Robotervogel per Fernsteuerung lenkt.

Der Robird beim Praxistest auf dem Flughafen Weeze.


"Wir arbeiten in einem Hochrisikobereich und müssen alles genau testen", sagt Nijenhuis. "Beim Robird kommen die neuesten Technologien zum Einsatz, aber die menschliche Komponente bleibt enorm wichtig." Sollte sich der Robird im Test bewähren, könnte er vielleicht in Zukunft auch anderswo regelmäßig über das Flugfeld patrouillieren und so unerwünschte Vögel fernhalten.

Im Gegensatz zu den bisher eingesetzten Vergrämern und anderen Methoden soll der Robotervogel einen anhaltenden Abschreckungseffekt haben: "Weil die Robirds den Instinkt der Vögel ansprechen, besteht nicht die Gefahr einer Gewöhnung", erklären die Forscher. Neben dem Roboter-Falken haben sie auch einen etwas größeren Flugroboter im Programm, der einen Adler imitiert und damit selbst größere Vögel wirkungsvoll abschrecken soll.
(University of Twente, 18.04.2016 - NPO)
 
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