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Sonntag, 11.12.2016
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Singen im Chor stärkt das Immunsystem

Krebspatienten profitieren von immunstärkender und stresssenkender Wirkung des Singens

Heilsame Kraft der Musik: Das gemeinsame Singen im Chor stärkt das Immunsystem von Krebspatienten, wie ein Experiment belegt. Das Singen fördert ihre Abwehrkräfte gegen die Krankheit und erhöht die Toleranz gegenüber der Therapie. Schon nach einer Stunde des Singens nimmt der Pegel der Stresshormone ab und der Anteil der positiv wirkender Immun-Botenstoffe steigt an, wie die Forscher berichten.
Das gemeinsame Singen im Chor beeinflusst das Immunsystem gerade von Krebspatienten positiv.

Das gemeinsame Singen im Chor beeinflusst das Immunsystem gerade von Krebspatienten positiv.

Schon länger gibt es Hinweise darauf, dass gemeinsames Singen positive und sogar heilsame Wirkung haben kann. Es hebt nicht nur die Stimmung und entspannt, sondern bringt auch das Herz der Sänger dazu, in einem gesunden Rhythmus zu schlagen. Jetzt haben Daisy Fancourt vom Imperial College London und ihre Kollegen eine weitere heilsame Wirkung des Chorsingens bestätigt: Es kann gerade Krebspatienten helfen, ihr Immunsystem zu stärken und Entzündungen zu vermeiden.

Für ihre Studie nahmen die Forscher Speichelproben von 193 Chorsängern vor und nach einer Chorprobe. Von diesen waren 72 Krebspatienten, der Rest setzte sich aus Angehörigen und Pflegern von Patienten zusammen. Die Wissenschaftler analysierten im Speichel den Gehalt des Stresshormons Cortisol, der Stimmungshormone Beta-Endorphin und Oxytocin sowie von zehn verschiedenen Immun-Botenstoffen, darunter sowohl entzündungshemmend und abwehrstärkend wirkenden als auch immunsuppressiven Substanzen.

Deutliche Veränderungen im Immunsystem


Das Ergebnis: Schon nach einer guten Stunde des Singens hatten sich die biologischen Marker für Stress und Immunsystem bei allen Teilnehmern deutlich verändert. "Das Singen war bei allen Sängern und Chören verbunden mit einem Absinken des Cortisols und einem Anstieg in der Cytokin-Aktivität", berichten Fancourt und ihre Kollegen. Bei zehn von 13 Biomarkern waren die Unterschiede vor und nach dem Singen signifikant.


Die Teilnahme an der Chorprobe senkte bei den Krebspatienten, Angehörigen und Pflegern zudem den Anteil der Immun-Botenstoffe, die Entzündungen fördern. Bei den Krebspatienten veränderten sich zudem einige Biomarker, die mit dem Tumorverhalten in Verbindung stehen, wie die Forscher berichten. Am stärksten waren die positiven Veränderungen dabei bei denjenigen, die zuvor in einem eher schlechten Zustand waren.

Stärkung gegen den Krebs


"Dies ist das erste Mal, dass klar demonstriert wird, wie das Immunsystem durch das Singen beeinflusst wird", sagt Seniorautor Ian Lewis von der Tenovus Cancer Care Klinik in Wales. "Das ist wirklich spannend und könnte die Art und Weise verbessern, wie wir künftig Patienten mit Krebs unterstützen."

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte gemeinsames Singen dazu beitragen, die Abwehr von Krebspatienten vor und während der Therapie zu stärken und sie länger in Remission zu halten. Denn gerade die Krebserkrankung und die Nebenwirkungen der Therapie lösen bei Patienten starken Stress aus und dämpfen das Immunsystem dadurch ausgerechnet dann, wenn es am dringendsten benötigt wird.

"Unsere Ergebnisse deute nun darauf hin, dass eine so simple Aktivität wie das Singen einen Teil dieser stressbedingten Immunsuppression ausgleichen kann", so Fancourt. "Das versetzt die Patienten in eine bessere Ausgangs-Situation für die Therapie." (ecancer, 2016; doi: 10.3332/ecancer.2016.631)
(ecancer, 05.04.2016 - NPO)
 
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